Zweifel am Stadtbahn-Projekt

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BERGKAMEN/HAMM ▪ Einer Regionalstadtbahn von Hamm über Werne, Bergkamen und Lünen nach Dortmund stehen neue Hürden entgegen. Die Stadt Dortmund und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) äußern Bedenken gegen das Projekt. Ohne einen Endpunkt in Dortmund wäre die Bahn sinnlos.

Das Vorhaben ist seit 2005 in mehreren Varianten Teil der Verkehrsplanung des Landes. Dabei sollten bestehenden Zechen-, Güter- und Stadtbahngleise genutzt werden, um eine sinnvolle Schienenverbindung zwischen den Städten zu schaffen. Im Rahmen der „Integrierten Gesamtverkehrsplanung“des Landes war das Projekt vor fünf Jahren auf der Prioritätenliste zurückgestuft worden. In Bergkamen geht man seitdem davon aus, dass das Vorhaben bei der Fortschreibung des landesweiten ÖPNV-Bedarfsplanes ab 2015 wieder zur Debatte steht. Bergkamener Politiker aller Fraktionen hatten unter anderem auf die Bedeutung des Projektes für die Anbindung der Wasserstadt Aden hingewiesen. Das machte auch gestern Bürgermeister Roland Schäfer nochmal deutlich. „Es ist doch klar, dass das Projekt derzeit nicht realisiert werden kann.“

Der Kreis Unna und die Stadt Hamm halten ebenfalls an der Idee fest und haben das Projekt in den Entwurf des Nahverkehrsplans Westfalen-Lippe schreiben lassen. Ein solcher Plan regelt die Gestaltung des Bahnverkehrs in der Region. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der nur für den Dortmunder Abschnitt zuständig wäre, teilte in einer Stellungnahme mit, aus seiner Sicht liege „kein Realisierungsbedarf“ für eine Stadtbahn vor.

Noch deutlicher äußerte sich die Stadt Dortmund. Man messe diesem Vorhaben keinerlei Bedeutung mehr zu, sagte Stadtsprecher Udo Bullerdiek auf Anfrage unserer Zeitung. Der Dortmunder Rat habe vor Jahren schon entschieden, die U-Bahn-Linie 42 nicht bis zur Stadtgrenze zu verlängern.

Im Hammer Rathaus und im Unnaer Kreishaus reagiert man verwundert auf die Dortmunder Absage. Es gebe ein abgestimmtes Konzept zwischen der Stadt Hamm, dem Kreis Unna, der Stadt Dortmund und den Dortmunder Stadtwerken, sagt Hamms Stadtsprecher Christian Strasen.

Die Kreisverwaltung in Unna verweist auf Planungsvarianten. Ein Anschluss ans Dortmunder U-Bahn-Netz sei nur eine Möglichkeit, heißt es dort. Man favorisiere inzwischen die Nutzung der Eisenbahngleise zwischen dem Dortmunder und dem Lünener Hauptbahnhof. Dagegen hatte allerdings vor Jahren die Bahn AG mit Blick auf den steigenden Güterverkehr Bedenken angemeldet. ▪ jf/hal

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