Keine Bebauung geplant

Spannende Zukunft des Papenloh: „Es wird ein Park, aber kein Wald“

Die Stadtverwaltung hat den Stand der Planungen zur Nachnutzung des Sportplatzes Papenloh vorgestellt.S
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So könnte es aussehen: Die Stadtverwaltung hat den Stand der Planungen zur Nachnutzung des Sportplatzes Papenloh vorgestellt.

Die Stadtverwaltung in Hamm hat der Lokalpolitik den Zwischenbericht zu den Planungen für die Nachnutzung des Sportplatzes Papenloh in Rhynern vorgelegt.

Rhynern – Dieser Bericht soll nun eine weitere Diskussionsgrundlage bieten, ehe im Juni Nägel mit Köpfen gemacht werden. Eins stellte die Stadt dabei heraus: „Es wird ein Bewegungs-Park, aber kein Bewegungs-Wald.“ Die Aussage stützt sich vor allem auf die Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligungen, die bereits seit 2018 zu diesem Thema stattgefunden haben.

Ebenfalls klar formuliert ist: Es wird keine Randwohnbebauung an der Straße „Am Sportplatz“ geben. Dies war zwar vom beauftragten Planungsbüro Pesch und Partner als mögliche Variante vorgeschlagen worden. Doch diese Idee werde auf keinen Fall weiter verfolgt, heißt es von Seiten der Stadt: „Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass die Mehrzahl der Beteiligten sich gegen die Variante 2 und somit für eine wohnbauliche Entwicklung, auch als Straßenrandbebauung, ausspricht. Daher wird die finale Lösung ohne eine wohnbauliche Entwicklung fortgeführt“, heißt es im Wortlaut.

Sehr wohl werde aber weiter verfolgt, was bereits Anfang 2020 zum Abschluss der Städtebaulichen Rahmplanung formuliert worden war: „Der Sportplatz Papenloh und das angrenzende Waldgebiet bieten die Chance zur Entwicklung eines kleinen, attraktiven Parks.“ Wie der im Detail aussehen könnte, wurde anhand der Ideen aus der Bürgerschaft nun weiter konkretisiert. Dazu hat das Planungsbüro eine Skizze angefertigt. Außerdem haben sich unterschiedliche Fachämter der Stadt zusammengesetzt und jede einzelne Anregung der Bürger bewertet (siehe Infoblock unten im Artikel).

Die wichtigsten Bestandteile zur Parklandschaft:

  • Die 400-Meter-Laufbahn bleibt erhalten.
  • Für das Vereinsheim ohne Container, Garagen und Verkaufsbuden soll eine für alle verträgliche Nachnutzung geprüft werden. Denkbar wäre ein kleiner Kiosk oder ein Café. Dies ist aber noch sehr vage.
  • Im nordwestlichen Bereich ist Platz für einen Sportbereich mit Fitness-Geräten (Calisthenics) und auch einen sogenannten Pump-Track für Mountainbike- oder BMX-Fahrer. Die Verwaltung schreibt dazu: „Die Integration einer Bikeanlage oder ähnliches ist möglich. Die Diskussion bei der Beteiligung war zweigeteilt. Es gab sowohl Befürworter als auch kritische Stimmen.“ Der im Nachnutzungskonzept vorgesehene Bereich für eine Bikeanlage entspricht einer Fläche von circa 1 000 Quadratmetern. Die Ausstattung der Anlage sei bei der konkreten Umsetzung zu klären. Vorstellbar seien Flächen mit Schotter oder Asphalt, ergänzt mit Grünflächen. Die Fläche liege in mindestens 70 Meter Entfernung zum nächstgelegenen Wohnhaus (Am Finnbusch 1), heißt es mit Blick auf Immissionen.
  • Spiel- und Picknickfläche: Sie soll großzügig gestaltet sein und zum Aufenthalt einladen. Es soll – wie auf dem gesamten Areal – mehrere Sitzmöglichkeiten geben. Auf einen Grillplatz soll mit Blick auf Geruch und Lärm verzichtet werden.
  • Ein großer Spielplatz ist im südöstlichen Teil vorgesehen. Art und Anzahl der Geräte ist noch zu planen.
  • Kleinbiotope: Es sollen Blühwiesen, naturnah gestaltete Retentionsflächen entstehen, an denen Sitzbänke aufgestellt werden.
  • Erinnerung an die Historie der Sportstätte: Die Stufen-Tribüne soll erhalten, der Mittelkreis des Fußballplatzes in Form einer Pflasterung nachgestellt werden.
  • In Absprache mit dem Eigentümer des Waldes, der nicht Bestandteil der Planung ist, sollen zwei Wegeverbindungen geschaffen werden.

Papenloh in Rhynern: Wie geht es weiter?

Das Nachnutzungskonzept „Bürgerpark Papenloh“ wird nunmehr in der vorliegenden Entwurfsfassung der Bezirksvertretung Rhynern sowie dem Ausschuss für Stadtentwicklung Wohnen und Mobilität in einem Zwischenbericht vorgestellt. Die daraus resultierenden Anregungen werden für eine Endfassung des Konzeptes ausgewertet und gegebenenfalls als konzeptionelle Ergänzungen mit eingearbeitet. Der Endbericht, der auch die Aspekte Entwässerung, Umsetzungsstrategien (Zeitplan) und Finanzierungsmöglichkeiten beinhalten wird, soll abschließend den politischen Entscheidungsträgern zum Beschluss im Juni 2022 vorgelegt werden.

Von Minigolfanlage bis Anpflanzung heimischer Bäume

Im Planungsprozess zur Nachnutzung des Sportplatz-Geländes Papenloh hat es mehrere Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger gegeben. Im aktuellen Vorschlag sind viele der Bürger-Ideen eingearbeitet. Andere Anregungen werden nicht weiter verfolgt. Nachfolgend ein Auszug der „gescheiterten“ Anregungen und deren Bewertung durch die Stadtverwaltung. Ausführlich ist der Zwischenbericht im Ratsinformationssystem online unter www.hamm.de zu finden.

  • Finnbahn (Strecke aus Mulch). Bewertung: Eine Finnbahn ist grundsätzlich möglich. Durch die Erhaltung der Laufbahn wird jedoch von einer zusätzlichen Finnbahn abgesehen.
  • Hochzeitswald. Bewertung: Ein kleinerer Hochzeitswald (Baumpatenschaften) ist umsetzbar, aufgrund der Detailschärfe sollte dies jedoch kein Element des Vorentwurfs sein. Bei der konkreten Umsetzung sei er integrierbar.
  • Minigolfanlage. Bewertung: Aufgrund des Problems des notwendigen Betreibers und der punktuellen „Privatisierung“ der Fläche wird davon abgesehen.
  • Flutlichtanlage erhalten. Bewertung: Erhalt eher unwahrscheinlich. Die Planung schlägt daher eine angepasste Beleuchtung vor, die den Nutzungen angemessen ist und möglichst wenig Beeinträchtigung für die Umgebung darstellt.
  • Barfußweg. Bewertung: Könnte in die Planung integriert werden. Ein Barfußpfad ist jedoch pflegeaufwändig, damit er langfristig genutzt wird. Die Planung nimmt daher davon Abstand.
  • Bienenvölker ansiedeln/Imkerinformation. Bewertung: Bei späterer Umsetzung denkbar.
  • Lehrpfad (zum Beispiel zu Baumarten). Bewertung: Bei späterer Umsetzung denkbar.
  • Gemeinschaftsgärten. Bewertung: Aufgrund der umgebenen Baustrukturen könnte eine geringere Resonanz erwartet werden. Sollten beispielsweise Vereine Interesse zeigen, wäre eine Integration möglich. Die Integration von Hochbeeten ist auch nachträglich denkbar.
  • Kletterwand. Bewertung: Eine Integration in den Spielplatzbereich ist denkbar.
  • Sprunggrube erhalten/sanieren. Bewertung: Ein Erhalt oder eine neue Sprunggrube könnte in die Planung integriert werden.
  • Keine weitere Bodenverdichtung (bereits heute Risse in den Häusern durch sinkenden Wasserspiegel). Bewertung: Ein parallel erarbeitetes Entwässerungskonzept steuert den Umgang mit Regenwasser.
  • Öffentliche Toilette. Bewertung: Ist bei der konkreten Konzeption zur Zukunft des Vereinsheims zu prüfen.
  • Stellplatzflächen. Bewertung: Die Planung sieht den Erhalt einer geringen Anzahl an Stellplätzen entlang der Straße „Am Sportplatz“ vor. Zusätzliche Stellplätze sollen nicht geschaffen werden.
  • Raum für Natur/Baumerhalt. Bewertung: Die bestehenden Bäume werden je nach Erhaltungszustand und mit Blick auf die Verkehrssicherheit erhalten und durch weitere Pflanzungen ergänzt.
  • Einbeziehung Waldfläche/Anpflanzung heimischer Bäume. Bewertung: Die Anpflanzungen erfolgen standortgerecht und in Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden.

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