Zentralbibliothek
Sonntags in die Bücherei: in Hamm bald einmal im Monat möglich
Der Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek steht nichts mehr im Wege: Am 5. Februar ist der erste „offene Sonntag“ in der Bildungseinrichtung im Heinrich-von-Kleist-Forum.
Hamm- Die Bibliothek soll an den Sonntagen vor allem auch Schülern und Studenten als Lernort zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wird sie laut Bücherei-Chef Jens Boyer „möglichst viele“ der Angebote, die von Montag bis Samstag gelten, auch sonntags vorhalten.
Boyer stellte die Planungen im Ausschuss für Kultur, Kreativwirtschaft und Städtepartnerschaft vor. Verschiedene Arbeitsgruppen hätten sich intensiv mit den Anforderungen an eine Sonntagsöffnung auseinandergesetzt, sagte Boyer. Ob sie mit ihren Einschätzungen richtig lägen, zeige sich letztlich an den eigentlichen Öffnungstagen.
„Möglicherweise tun sich Fragestellungen auf, die uns zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht bekannt sind“, so der Bibliotheksdirektor. „Eventuell erhalten wir Erkenntnisse, die im Wochenbetrieb so nicht zu erwarten sind.“ Das zeige am Ende die Praxis. „Nicht jedes Problem wird direkt am ersten Sonntag zu lösen sein“, warb Boyer schon jetzt um Verständnis. Auch eine Online-Befragung unter potenziellen Nutzergruppen hatte es gegeben.
Automatisierter Vorgänge sind möglich
Für das Publikum sollen automatisierte Vorgänge – Ausnahme nicht selbst verbuchbare Artikel wie beispielsweise Gesellschaftsspiele – auch an Sonntagen möglich sein. Auf das aus der Woche bekannte Fachpersonal werden Besucher und Besucherinnen verzichten müssen. Einfache Fragen werde ein Sicherheitsdienst beantworten können. Gruppenräume werden nach jetziger Planung an Sonntagen geöffnet sein und zunächst ohne Voranmeldung zur Verfügung stehen, kündigte Boyer an. Es gelte das Prinzip „wer zuerst kommt“. In der Woche sei aufgrund der hohen Nachfrage eine Reservierung nötig.
Noch vor Weihnachten will die Stadt beziehungsweise die Zentralbibliothek alle Informationen rund um die Sonntagsöffnung gezielt an die Hammer Hochschulen und weiterführenden Schulen geben. Denn: „Primär soll die Bibliothek an den offenen Sonntagen ein Lernort ohne Veranstaltungen sein“, sagte Boyer. Ab dem neuen Jahr soll es zudem online einen Fragebogen und die Möglichkeit für ein Feedback geben.
14 Kommunen in NRW machen das Angebot
Hamm ist eine von 14 Kommunen in NRW, die einen offenen Bibliothekssonntag anbieten. Die Voraussetzungen seien sehr unterschiedlich, sagte Boyer. In Hamm wird die Zentralbibliothek an jedem ersten Sonntag im Monat von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein, 2023 also elf Mal.
Die Sonntagsöffnung war politischer Wille der FDP. Edda Breski sprach im Kulturausschuss von einer „Herzensangelegenheit“. Ihre Partei war mit der Sonntagsöffnung 2020 in den Kommunalwahlkampf gezogen. Im Parteiprogramm hieß es dazu unter anderem: „Viele Menschen lesen inzwischen E-Books und streamen Musik und Filme. Wenn die Bibliotheken ihre Bedeutung für die Menschen behalten wollen, müssen sie sich anbieten: als Lernorte, als Treffpunkte, als Ort für jedermann vom Schüler bis zum Rentner.“ Seit 2019 ermöglicht das Land eine Sonntagsöffnung von Bibliotheken.