Ratsantrag
Wohnen soll in Hamm erschwinglich bleiben - Ampel-Koalition beantragt Masterplan
Wohnen soll in Hamm bezahlbar bleiben, ökologisch ausgerichtet sein und individuellen Bedürfnissen – vom Single über die Familie und Senioren bis zur Wohngemeinschaft – gerecht werden. Das sind Eckpunkte für den „Masterplan Wohnen“, den die Verwaltung erarbeiten soll.
Hamm - Einen entsprechenden Antrag haben die Parteien der Ampel-Koalition zur nächsten Ratssitzung am 29. März gestellt. Im „Masterplan Wohnen“ sollen nach Auskunft des SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden Justus Moor Impulse der vergangenen Jahre zusammengefasst und weiterentwickelt werden. Dazu gehören die Neuauflage des Handlungskonzepts Wohnen, Klimaaspekte beim Bauen und die Wohnbaulandinitiative.
Quartiere stärken und attraktiver machen
„Es gibt verschiedene Lebensmodelle, denen wir zunehmend gerecht zu werden versuchen“, ergänzt Christina Boettcher, für die Grünen Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss: „Es geht darum, die Quartiere zu stärken und attraktiver zu machen.“ Darum müssten auch die Wohnungsbaugesellschaften eingebunden werden.
Für Ingo Müller, den FDP-Ratsfraktionsvorsitzenden, ist es wichtig, dass Wohnraum in Hamm bezahlbar bleibt, damit junge Familien hier wohnen bleiben. Bei der Schaffung von Wohnraum müsse die Hammer gemeinnützige Baugesellschaft (HgB) eingebunden werden – wie bei dem Bauprojekt an der Brändströmstraße/Ecke Wilhelminenstraße, wo die HgB 20 Wohnungen errichtet, die dank Förderung für 5,80 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angeboten werden.
Laut Erzina Brennecke, stellvertretende Vorsitzende im Stadtentwicklungsausschuss, soll der Masterplan auch aufzeigen, wo Baulücken geschlossen werden und Nachverdichtungen in Zukunft stattfinden können: „Für potenzielle Bauflächen, die noch nicht erschlossen sind, soll ermittelt werden, welche Hindernisse es da gibt.“
Lückenschluss, Modernisierung, Wohnbauland schaffen
Die Antragsteller möchten einen ganzen Katalog von Handlungsfeldern berücksichtigt sehen:
- bei bestehenden Wohnimmobilien soll die Sanierungsquote – auch unter energetischen Gesichtspunkten – gesteigert werden;
- Nachverdichtung in den Quartieren (Lückenschluss, Gebäudeaufstockung);
- die Wohnbaulandinitiative unter ökologischen Gesichtspunkten weiterentwickeln;
- zügige Realisierung klimaneutraler Quartiere im CreativRevier Heinrich Robert und am Dierhagenweg;
- Entwicklung von Wohnraum in der (auch südlichen) Innenstadt und den urbanen Quartieren in Hamm-Westen;
- Quartiere kinder- und familiengerecht entwickeln (Bildungs- und Betreuungsangebote, Spielplätze, Verkehrsberuhigung);
- Zusammenarbeit mit großen Wohnungsbaugesellschaften stärken, zum Beispiel bei Modernisierungen und Aufwertung des Umfelds;
- Einbindung des Programms „Älter werden im Quartier“;
- Strategien entwickeln zur gemeinsamen Nutzung von Wohnen, Gewerbe und Handel;
- Erbpacht ausweiten.
Ampel: Bauland nach sozialen Kriterien verteilen
Eine neue Strategie wird hinsichtlich der Entwicklung von Baugebieten vorgeschlagen: Sie soll klimagerecht stattfinden, Bauland soll nach sozialen Kriterien statt nach Höchstgeboten verteilt werden. „Dabei soll insbesondere Familien und jungen Menschen, ganz gleich, welches Lebensmodell sie gewählt haben, der Bau der eigenen vier Wände ermöglicht werden“, heißt es in dem Antrag.
Damit könnten individuelle Wohnformen für Mehrgenerationenprojekte, Singles und Studenten und Wohngemeinschaften (auch für Senioren) sowie in Tiny-Houses und für Cohousing (private Wohnungen und Gemeinschaftseinrichtungen) realisiert werden.