Wohnanlage in Uentrop wird zum Übergangslager
HAMM - Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern zwingt die Stadtverwaltung, zu handeln. Wie der WA herausfand, ist die Anmietung einer Wohnanlage an der Zollstraße in einem Gewerbegebiet in Uentrop für die Dauer von 15 Jahren geplant, um kurzfristig mehr Unterbringungskapazität zu schaffen.
Von Detlef Burrichter
Erst auf Nachfrage bestätigte dies am Montag Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.
Außerdem laufen zurzeit Verhandlungen zur Anmietung weiterer 20 Wohneinheiten, die über das Stadtgebiet verteilt liegen. Bis zu 60 Personen sollen hier unterkommen, sagte der OB.
In nichtöffentlicher Sitzung beschloss der Haupt- und Finanzausschuss am Montag die zum 1. März beabsichtigte Anmietung der Wohnanlage Wickert einstimmig. Das Objekt, das die Verwaltung als „Hotel Wickert“ bezeichnet, gehört der Quartiermeister oHG Wickert und Peters, die Wohnraum insbesondere für Monteure und sonstige Mitarbeiter von Montagefirmen beschafft, unterhält und zur Verfügung stellt. Der Mietvertrag liegt im Entwurf vor, muss aber noch unterzeichnet werden.
In der Wohnanlage, die in unmittelbarer Nachbarschaft des geplanten Kulturzentrums der Hindugemeinde liegt, waren bislang Gastarbeiter der Firma Westfleisch untergebracht. Geplant ist, hier ab dem kommenden Frühjahr zunächst die etwa 80 Bewohner des Container-Dorfes im Gewerbegebiet Im Ried im Stadtbezirk Mitte unterzubringen. Das dortige Übergangswohnheim werde „komplett erneuert“, sagte der Verwaltungschef. Nach Fertigstellung würden die Bewohner wieder ins Gewerbegebiet Im Ried zurückziehen. Für die Zeit danach ist geplant, den Wohnkomplex in Uentrop dauerhaft als Übergangswohnheim zu nutzen. Es soll das Übergangswohnheim an der Soester Straße ersetzen, eine Einrichtung für alleinstehende Asylbewerber und Flüchtlinge mit besonderen sozialen Problemen. Auch hier sind zurzeit 80 Personen untergebracht.
Das neue Übergangswohnheim in Uentrop werde mit denselben Standards ausgestattet wie heute schon an der Soester Straße, sagte Hunsteger-Petermann. Das Wohnobjekt werde eingezäunt und eine 24-Stunden-Betreuung eingerichtet. Die gesamte Mietfläche in Uentrop beträgt gut 1 000 Quadratmeter. Außerdem sind Freiflächen vor dem Gebäude als Aufenthaltsflächen für Asylbewerber vorgesehen. Die Stadt zahlt einen fünfstelligen Mietzins pro Monat. Die Pro-Kopf-Miete inklusive der Nutzung von Mobiliar und Kochgelegenheiten liegt deutlich unter den üblichen Konditionen auf dem freien Wohnungsmarkt, heißt es in der Verwaltungsvorlage.
Die Stadtverwaltung verfolge weiterhin das Ziel der dezentralen Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen über das gesamte Stadtgebiet verteilt, am besten in frei verfügbaren Wohnungen. „Ganz ohne Übergangswohnheime wird es angesichts der neuen Flüchtlingszuströme auch in Zukunft nicht gehen“, sagte der OB. Die Quote im Stadtbezirk Uentrop liege bislang bei vier Prozent.