Hammer Wirt soll für „Weltuntergang“ zahlen

Karsten Plass vor dem „Pirates“. ▪
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Karsten Plass vor dem „Pirates“. ▪

HAMM ▪ Anstatt gemäß dem Maya-Kalender den Weltuntergang zu erleben, feierten am 21. Dezember weltweit zahllose Menschen. Ein Gastwirt aus Bayern möchte jetzt aus diesen Feiern Geld herausschlagen, da er sich das Wort „Weltuntergang“ als Marke schützen ließ. Der Hammer Gastronom Karsten Plass erhielt eine Abmahnung und wehrt sich dagegen.

Mit der Weltuntergangs-Party im Lokal „Pirates“ auf der Südstraße war Betreiber Plass durchaus zufrieden. Eine Woche später bekam er aber unerfreuliche Post.

„Ich habe einige Tage frei gemacht und am zwölften Januar wieder angefangen“, erinnert sich Plass. Durch die Renovierung einer anderen Gaststätte sei er im Stress gewesen. So habe er sich die Post aus seinem Lokal mitgenommen und unterwegs gesichtet.

Der dicke Umschlag eines unbekannten Rechtsanwaltes ließ nichts Gutes ahnen. Dessen Inhalt habe ihm aber förmlich einen Schlag versetzt. Die Kanzlei teilte ihm mit, dass ihr Mandant Inhaber der Markenrechte des Worts „Weltuntergang“ sei und hiermit seine Rechte einfordere.

Durch seine Party habe er diese Rechte verletzt und jetzt solle Plass für eine außergerichtliche Einigung eine Unterlassungserklärung unterschreiben und 2 750 Euro bezahlen. Die Frist zum Widerspruch sei am 14. Januar abgelaufen, und so schaltete Plass gleich seinen Rechtsanwalt ein.

„Zunächst war ich echt sauer, aber jetzt bin ich nur noch entschlossen, mich zu wehren,“ erklärt der Gastronom. Wenn der Bayer wirklich Geld von ihm wolle, müsse er ihn verklagen.

Diese Abmahnwelle hat inzwischen bundesweit für Aufsehen gesorgt: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat Beschwerden von über 100 Abgemahnten vorliegen. Jetzt betreibt die Dehoga sowohl die Rechtslöschung beim Patentamt und überlegt einen Prozess anzustrengen. Plass möchte den Streit nur noch hinter sich bringen und sich auf sein Geschäft konzentrieren. „Meine Interessen liegen bei Veranstaltungen wie der Stühle-raus-, oder der St.-Patrick’s-Day-Party“, sagt der Wirt. Er werde weiter die positive Entwicklung der Meile fördern und lasse sich von dem Bayern überhaupt nicht beeindrucken. pk

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