Premiere vor 800 Zuschauern

Waldbühne feiert mit „Der kleine Horrorladen“ gelungenes Comeback

Premiere mit Horrorfaktor: Mit einem Pflanzenkauf beginnt der Grusel. Doch das Pflänzchen entwickelt immer mehr Hunger.
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Premiere mit Horrorfaktor: Mit einem Pflanzenkauf beginnt der Grusel. Doch das Pflänzchen entwickelt immer mehr Hunger.

Es war die längste Spielzeitunterbrechung seit dem Zweiten Weltkrieg, die das Sommertheater der Waldbühne Heessen durch die Corona-Pandemie zu überstehen hatte. Nach über zwei Jahren meldete sich die Spielschar mit dem Musical „Der kleine Horrorladen“, einer bitterbösen schwarzen Komödie zurück.

Hamm – Die schwungvolle Inszenierung von Regisseur Sebastian Mester brauchte nicht lange, um die Besucher zu begeistern, und am Schluss krönten Standing Ovations von über 800 Besuchern die Premiere am Samstagabend.

Zunächst begrüßte Thomas Hunsteger-Petermann als Zweiter Vorsitzender des Vereins Waldbühne Heessen die Besucher und berichtete von der Zitterpartie vor dieser Aufführung: „Noch zum Jahresbeginn waren wir uns nicht sicher, ob es mit dem Sommertheater wirklich klappt“, so der Ex-Oberbürgermeister. Umso bewundernswerter sei die Leistung der rund 70 Darsteller und der vielen Menschen, die im Hintergrund daran mitgewirkt haben. Anschließend begrüßte Oberbürgermeister Marc Herter die Gäste und verlieh seiner Freude Ausdruck, dass es „endlich wieder Waldbühne“ gebe.

Schwungvolles Spiel mit verrufenem Schauplatz

Dann begann das schwungvolle Spiel, in dem ein Blumenladen der Dreh- und Angelpunkt ist: Mit Mr. Mushniks Blumenshop steht es nicht zum Besten: Mitten in einem verrufenen Viertel, an der Skid Row, Downtown, bleibt die Kundschaft aus. Aber auch die beiden Mitarbeiter haben ihre Sorgen: Verkäuferin Audrey verachtet sich selbst und ist in der Beziehung mit einem sadistischen Zahnarzt gefangen. Der unsichere Verkäufer Seymour Krelborn wurde als kleiner Junge von Mr. Mushnik aus dem Waisenhaus „gerettet“, wird seitdem aber gnadenlos ausgenutzt.

Als der Inhaber den Mitarbeitern offenbart, er sei pleite und müsse schließen, bringt eine außergewöhnliche Pflanze scheinbar die Rettung: Seymour liebt exotische Pflanzen und hatte das Exemplar bei einer Sonnenfinsternis von einem mysteriösen Chinesen gekauft. Nachdem er herausgefunden hat, dass die von ihm „Audrey II“ getaufte, fleischfressende Pflanze menschliches Blut als Dünger braucht, gibt er ihr von seinem Blut. Das Wachstum explodiert und die Pflanze zieht jede Menge Kunden an.

Die Waldbühne Hamm-Heessen startet in die Saison 2022 mit dem Stück „Der kleine Horrorladen“

Die Waldbühne Hamm-Heessen startet in die Saison 2022 mit dem Stück „Der kleine Horrorladen“
Die Waldbühne Hamm-Heessen startet in die Saison 2022 mit dem Stück „Der kleine Horrorladen“
Die Waldbühne Hamm-Heessen startet in die Saison 2022 mit dem Stück „Der kleine Horrorladen“
Die Waldbühne Hamm-Heessen startet in die Saison 2022 mit dem Stück „Der kleine Horrorladen“
Die Waldbühne Hamm-Heessen startet in die Saison 2022 mit dem Stück „Der kleine Horrorladen“

Sprechende Pflanze mit Vorliebe für Blut

Plötzlich beginnt Audrey II zu sprechen und fordert mehr Blut. Daraus entspinnt sich eine schwungvolle Horrorkomödie mit Liebe, Tod und viel Musik, bei der auch die Hauptprotagonisten nicht verschont werden. Die durchweg gute schauspielerische Leistung wird besonders vom „Zahnarzt“, der den Mut zum hässlichen Wahnsinn lebt, wie von Audrey II gekrönt, die bei der Wandlung von der kleinen Pflanze zur gefährlichen außerirdischen Verführerin mit Hang zur Weltherrschaft viele Facetten zeigt.

Bei der Handlung hält sich Mester ganz eng an die Musical-Vorlage, und das gesamte Ensemble bietet einen bildgewaltigen Hintergrund für die bitterböse Handlung. Wer es weniger böse mag, dem sei das Familienmusical „Shrek“, oder der Kinderklassiker „Rabatz im Zauberwald 2“ ans Herz gelegt.

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