Act auf der Hammer Schlagernacht

"voXXclub"-Sänger über Wiesn-Hits und wie die Band eine Kuh berühmt macht

Die Band „voXXclub“ um Stefan Raaflaub (links) ist im Januar zu Gast auf der Hammer Schlagernacht.
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Die Band „voXXclub“ um Stefan Raaflaub (links) ist im Januar zu Gast auf der Hammer Schlagernacht.

Die Band "voXXclub", im Januar Act auf der Hammer Schlagernacht, macht derzeit eine Kuh berühmt. Im Interview erklärt Sänger Stefan Raaflab, was dahinter steckt.

Es ist sicher kein Zufall, dass das neue Album „Wieder dahoam“ heißt. Denn Heimat spielt für „voXXclub“ eine große Rolle. Das wird das Publikum in Hamm spätestens am 25. Januar auf der Hammer Schlagernacht zu hören bekommen. Im Gespräch mit Redakteur Marcel Guboff verrät Sänger Stefan Raaflaub, welche Rolle dabei eine Kuh Anneliese spielt und warum diese mittlerweile auch in Brasilien ein großer Hit ist.

Herr Raaflaub, Sie waren vor einigen Wochen mit der Band in Brasilien unterwegs und sind dort im Rahmen des Oktoberfestes aufgetreten. Wie kann man sich das dort vorstellen?

Stefan Raaflaub: Es ist einfach eine riesige Party. Die Leute kommen tatsächlich in Dirndl und Lederhose. Der Unterschied liegt vielleicht darin, dass es eigentlich mehr Konzert-Charakter hat. Es gibt vier Hallen mit jeweils einer großen Bühne, und in die größte Halle passen ungefähr 15000 Menschen. Da sitzen sie weniger am Tisch und trinken ihr Bier wie bei uns. Dort wird mehr getanzt und gefeiert. Aber sie haben diesen Brauch tatsächlich von deutschen Einwanderern übernommen, sie feiern das unglaublich.  

Wie kam es zustande, dass Sie dort regelmäßig auftreten?

Raaflaub: 2016 waren wir das erste Mal dort. Damals haben wir mit Underberg zusammengearbeitet, die uns mal mitgenommen haben. Da dachten wir uns: ‚Warum nicht?‘ Der Plan war, dort zwei, drei Auftritte zu machen und zu schauen, ob wir in Brasilien ankommen. Als wir in Brasilien angekommen sind, kannten sie uns und konnten sogar „Rock mi“ mitsingen. Das wusste zu dem Zeitpunkt aber niemand von uns. Jedes Mal, wenn wir jetzt wieder nach Brasilien kommen, wird die Euphorie dort noch größer, das ist mega. Das kann man sich gar nicht vorstellen.

Das ist wirklich kaum vorstellbar, dass die Menschen in Brasilien das alles mitmachen können.

Raaflaub: Es gibt tatsächlich Leute, die in der ersten Reihe stehen und jedes Lied von uns mitsingen. Wir passen uns ja auch etwas an, moderieren auf Portugiesisch und versuchen es so auszusprechen, damit sie uns verstehen (lacht).

Dann haben Sie jetzt wohl auch dafür gesorgt, dass ganz Brasilien „Anneliese“ kennt.

Raaflaub: Das ist richtig. Wir bekommen auch immer Videos aus Brasilien, auf denen die Leute den „Anneliese“-Move tanzen.

Tatsächlich?

Raaflaub: Wir sind auch jedes Mal perplex und fragen uns, was hier eigentlich abgeht. Das ist großartig.

Im Song „Anneliese“ geht es ja um eine Kuh. Warum eine Kuh?

Raaflaub: Warum nicht? Wir haben immer ein bisschen den Schalk in den Augen. Es gibt tausend Lieder über alles mögliche, jetzt dachten wir: Nehmen wir mal eine Kuh. Am Anfang des Songs kann man ja noch denken, dass es um eine Frau geht. Aber es wird dann ja schnell klar, dass es eine Kuh ist. Die Anneliese will auf das Oktoberfest, und nichts findet statt. Und so feiert sie mit der Polizei, wir hielten das für eine coole Geschichte. Es ist etwas Anderes.

Das kann man so sagen.

Raaflaub: Es passt aber tatsächlich insofern zu uns, weil eine persönliche Geschichte dahinter steckt: Unser Christian ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Dort haben sie Kühe im Stall auf der Alm, und die Anneliese gibt es dort wirklich.

Mit dieser Kuh haben Sie nun nach „Rock mi“ den nächsten Wiesn-Hit gelandet. Muss man sich dabei abheben, um so etwas zu schaffen, oder wie lautet da das Geheimrezept?

Raaflaub: Der Text passt natürlich wie die Faust aufs Auge zur Wiesn. Dazu ist der Song sehr eingängig, der Refrain ist zum mittanzen. Dann haben wir auch diese Aktion gestartet und an einer Kreuzung einen Flashmob gestartet. Wir haben uns schon sehr bemüht, dass das Ganze gesehen wird. Aber am Ende ist das natürlich Zufall und etwas Glück, so etwas lässt sich nicht planen. Jetzt hoffen wir, dass die Anneliese nächstes Jahr alle zehn Minuten gespielt wird (lacht).

Schon bei „Rock mi“ gab es einen Flashmob. Wie entstehen die Ideen dazu?

Raaflaub: Wir planen das nicht mit dem Lied mit. Wenn der Song fertig ist, überlegen wir uns etwas. Wir wollen ja Musik für und mit den Leuten machen, deswegen ist es sehr naheliegend, dass wir solche Aktionen in der Öffentlichkeit machen. Dann haben wir überlegt, was wir noch nicht gemacht haben. Auf der Straße waren wir noch nicht – Flugzeug und U-Bahn hatten wir ja alles schon. Daher ist uns das dann eingefallen.

Sie haben offenbar den Blick auf das Außergewöhnliche.

Raaflaub: Natürlich. Wir schauen auch immer mal auf YouTube, um uns etwas Input zu holen. Wenn wir im Bus sind, sind wir auch sehr kreativ und reden über bescheuerte Ideen. Bei 90 Prozent sagen wir dann, das können wir nicht machen. Aber die zehn Prozent sind dann meist ganz gut (lacht).

Ihre Single „Rock mi“ ist jüngst mit Gold ausgezeichnet worden. Wie schwierig ist es, so etwas zu wiederholen? Setzt man sich da unter Druck?

Raaflaub: Anfangs denkt man darüber nach, weil es bei einer Single ja selten ist. Natürlich hat man es im Kopf, auch weil es dir viele sagen: 'Jetzt muss man wieder so einen Mega-Hit landen.‘ Aber ganz ehrlich: Wir machen uns da überhaupt keinen Druck, weil wir auch viele andere coole Lieder haben, die man mittlerweile auch kennt. Die Anneliese könnte auf einem guten Weg sein, richtig abzugehen. Aber da muss man schauen, was die Zeit bringt – auch wenn das neue Album herauskommt. Schlussendlich sind wir einfach glücklich mit dem, was wir haben. Wir sind mittlerweile gut in der Szene etabliert. Nicht viele können von sich behaupten, einen solchen Hit zu haben. Klar ist es cool, wenn so etwas wiederkommt. Aber auch das lässt sich nicht planen, es passiert einfach.

Obwohl Sie ja schon allein durch die bayerischen Elemente regional geprägt sind, funktioniert Ihre Musik im ganzen Land sowie in Brasilien oder auf Mallorca. Warum?

Raaflaub: Das ist irgendwie faszinierend. Wir sehen uns nicht als bayerische, sondern als alpine Band. Wir haben ja auch zwei Schweizer aus den Bergen dabei und einen Österreicher. Und die Sprache, die wir in den Liedern verwenden, ist zwar teilweise bayerisch angehaucht, aber vom Dialekt her ist es eigentlich bei jedem so, wie er spricht. Warum es so funktioniert? Weil ich glaube, dass die Menschen heute wieder mehr zurück zur Heimat, zurück zu Traditionellem wollen. Es ist total faszinierend: Wenn wir in Flensburg oder Hamburg auftreten, kommt mindestens die Hälfte der Leute in Dirndl und Lederhose. Die wollen das feiern, sie haben Bock auf diese Tradition. Das ist auch ein Lebensgefühl, das wir da vermitteln und die Leute fasziniert.

Was darf das Publikum in Hamm von voXXclub erwarten?

Raaflaub: Das Publikum darf von uns immer gute Laune erwarten – fünf Jungs, die Bock haben, aufzutreten und mit den Leuten zu feiern. Vielleicht kommt auch mal ein leiser Ton dazwischen, aber grundsätzlich wollen wir einfach eine gute Zeit haben und die Menschen mitreißen und für sie da sein.

Für die 11. Hammer Schlagernacht am 25. Januar in den Zentralhallen versprechen die Veranstalter eine Mischung aus volkstümlichen, traditionellen und Partyschlagern. Mit dabei sind neben „voXXclub“ auch Vroni, Nico Gemba, das Andreas-Gabalier-Double Norry und Willi Herren. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

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