68 Anfragen und Pläne für Kauen

Viel los im CreativRevier: Interesse an Flächen der Ex-Zeche riesig

Der Hammerkopfturm und die Schachthalle von Schacht Heinrich wurden in winterliches Licht gesetzt.
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Der Hammerkopfturm und die Schachthalle von Schacht Heinrich wurden in winterliches Licht gesetzt.

Politik und Verwaltung, Nachbarn und ehemalige Bergleute, Fernsehen, Sportvereine, Musikproduktionen und Eventagenturen – sie alle zeigten 2021, wie groß das Interesse am zukünftigen CreativRevier Heinrich Robert Hamm ist.

Pelkum/ Herringen - Doch zunächst einmal begann das Jahr 2021 wie es 2020 aufgehört hatte: Corona behinderte Gespräche und Arbeiten im und an der Idee des CreativReviers. „Und trotzdem wurde und wird viel bewegt“, so die Entwicklungsagentur um Geschäftsführer Martin Löckmann und Jürgen Tempelmann, Inhaber großer Teile des zukünftigen CreativReviers.

Zuerst einmal wurde jedenfalls eine ganze Masse an Erde bewegt: Im Februar begannen die Baggerarbeiten zum Abbau des Erdwalls, der bis dahin den Blick auf das zukünftige CreativRevier von der Kamener Straße aus versperrt hatte. Im Mai wurden dann mit dem städtischen Entwicklungskonzept erstmals die Planungen offengelegt. Vier Bebauungspläne sollen die Entwicklung der ehemaligen Zechenbrache zum CreativRevier strukturieren: Einzelhandelsflächen, Wohnbebauung, ein kleines Gewerbegebiet und das CreativQuartier in den denkmalgeschützten Gebäuden im Zentrum des Reviers.

Wegweisendes Projekt

Für weite Teile des zu bebauenden Geländes konnte das Bauentwicklungsunternehmen Ten Brinke gewonnen werden. „Damit haben wir einen starken Partner an unserer Seite, der viel Erfahrung im Bereich der Entwicklung von Gewerbe-, Einzelhandels- und Wohnimmobilien mitbringt“, erläutert Tempelmann.

So hat Ten Brinke in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von Lebensmittelmärkten sowie Mixed-Use-Immobilien (Westpress-Arena) auch in Hamm selbst realisiert. „Mehr und mehr zeigt sich, dass dieses Projekt wegweisend für die benachbarten Stadtbezirke, für Hamm und die ganze Region ist“, betont Oberbürgermeister Marc Herter. Das innovative Konzept und in seiner Größe nahezu einmalige Projekt werde ganz Hamm einen großen Zugewinn an Attraktivität bringen.

Sogar der WDR aus Köln klingelte an

Die Aufmerksamkeit, die das Projekt „CreativRevier“ weckt, zeigte sich auch in der zunehmenden Zahl von Kreativen und Unternehmern, die sich für eine Ansiedlung oder die kurzfristige Nutzung der Räumlichkeiten interessieren. Selbst der WDR aus Köln klingelte an – das Ergebnis war die Aufzeichnung einer Rockpalast-Folge mit der Kult- Band „Bröselmaschine“. Aus Hamm nutzte der TuS Wiescherhöfen die Kaue für ein Mannschafts-Fotoshooting und die Hammer Produktionsfirma „teammergo“ drehte in den denkmalgeschützten Gebäuden ein Musikvideo für den R&B-Sänger Sumpa. Zum Jahresende war noch die Kölner Produktionsfirma ODEON zu Gast, die hier eine Folge einer Mystery-Dokumentation drehte.

An der steigenden Zahl der Anfragen kann man erkennen, dass gerade in der von uns anvisierten Zielgruppe der Kreativwirtschaft ein großes Interesse an dieser Fläche besteht.

Martin Löckmann Geschäftsführer Entwicklungsagentur

Insgesamt verzeichnete die Entwicklungsagentur 68 Anfragen, darunter allein 28 aus dem Bereich Gastronomie und Event und 22 aus den Bereichen Dienstleistungen und der Kreativ- und Freizeitwirtschaft. Trotz Corona konnten insgesamt 35 Besichtigungen für Interessenten durchgeführt werden. „An der steigenden Zahl der Anfragen kann man erkennen, dass gerade in der von uns anvisierten Zielgruppe der Kreativwirtschaft ein großes Interesse an dieser Fläche besteht“, freut sich Löckmann.

Planungen gehen weiter

Die Bemühungen mündeten dann in den ersten Vermietungen im ehemaligen Direktionsgebäude: Neben der Wirtschaftsförderung Hamm, die wiederum ihre Räume an die Entwicklungsagentur Heinrich Robert untervermietete, konnten im Oktober die Vidacta-Schulen als Mieter begrüßt werden. In den hergerichteten Räumen im Erdgeschoss des Gebäudes werden Ergo- und Physiotherapeuten ausgebildet, eine Anmietung weiterer Räume im Obergeschoss des Lohngebäudes ist bereits vereinbart.

Währenddessen gingen natürlich auch die Planungen und die Ideensammlung für das CreativRevier weiter. Die beteiligten Architekturbüros wie PlanerBund uG oder Mei Architects aus den Niederlanden stellten ihre ersten Planskizzen vor. So könnten sich die Architekten eine Nutzung der Kauen als Gesundheitszentrum mit Arztpraxen, Fitness- und Rehastudio und einer Apotheke vorstellen oder aber den Um- und Ausbau des Hammerkopfturms zu einem Energieturm mitsamt Solarpanels und Pumpspeicherkraftwerk zur Versorgung des CreativReviers mit Energie.

Aktionen fanden trotz Corona statt

Dass sich das CreativRevier mehr und mehr öffnet, zeigen auch die vielen Aktionen, die trotz Corona stattfinden konnten: So präsentierte sich das Team der Entwicklungsagentur gemeinsam mit dem Kulturrevier Radbod und der Kulturwerkstatt Oberonstraße auf dem Hammer Kulturfest H4. Und im Herbst starteten öffentliche Führungen über das Zechengelände. Etwa 600 Teilnehmende zählten die Veranstalter der Prisma GmbH.

Thomas Middelmann, Projektleiter der RAG Montan Immobilien, zeigt sich zum Jahresende außerordentlich zufrieden mit der Entwicklung des Standortes: „Wir wissen, was wir für eine Herausforderung mit so einem Projekt vor der Brust haben – über 50 Hektar ehemalige Bergwerksfläche, zahlreiche Bestandsgebäude, die zurückgebaut und saniert und für eine Nachfolgenutzung vorbereitet werden müssen. Insofern möchte ich mich bei meinen Partnern von der Stadt Hamm, der Entwicklungsagentur und der Ruhrstadt Stiftung um Jürgen Tempelmann für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken.“ Vergessen wolle er aber auch nicht die Ortspolitik sowie die Bürger für ihre Geduld und ihre Unterstützung, ohne die so ein Großprojekt nicht erfolgreich umgesetzt werden kann.

Highlight zum Jahresabschluss

Zum Abschluss des Jahres erfolgte noch ein sprichwörtliches „high light“: Denn mit der Weihnachtsbaumbeleuchtung auf dem Hammerkopfturm konnte nach vielen Jahren wieder ein, wenn nicht sogar der höchste auf einem Gebäude befindliche Weihnachtsbaum im Ruhrgebiet, in Betrieb genommen werden. Dies gelang nach Angaben der Entwicklungsagentur durch ein tolles Zusammenspiel der lokalen Politik – Pelkums Bezirksbürgermeister Axel Püttner hatte das Projekt als einer der ersten angestoßen –, der RAG MI, der Stadt Hamm unter vollem Einsatz der Elektrofachleute des Tiefbauamtes und des Teams von Jürgen Tempelmann.

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