Baubeginn Ende 2023

Viel Grün, Vogelgezwitscher wenn die Busse fahren: So soll das Westentor bald aussehen

So soll das Westentor aussehen: klare Struktur mit grüner Verkehrsfläche und modernen Wartezonen.
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So soll das Westentor aussehen: klare Struktur mit grüner Verkehrsfläche und modernen Wartezonen.

Der Planungsauftrag ist unterschrieben, nun kann es tatsächlich losgehen mit dem Umbau am Westentor. Ende 2023 soll hier Baubeginn sein, ein knappes Jahr später dann die Freigabe des Verkehrsknotenpunkts erfolgen.

Hamm – Der Entwurf ist funktional und setzt zugleich einen starken städtebaulichen Akzent. Wenn der Bus fährt, singen die Vögel - aus Lautsprechern.

1,5 Millionen Euro Baukosten vorkalkuliert

Am Montag präsentierten Stadt Hamm und die Planungsbüros Gnegel (Sendenhorst) und Landschaft planen und bauen (Dortmund) ihren Siegerentwurf für einen der Dreh- und Angelpunkte im Nahverkehr in der Innenstadt. Die Büros waren als Bietergemeinschaft in der Ausschreibung der Stadt angetreten und hatten den Zuschlag erhalten.

Nun gehen die Planungen weiter ins Detail, und im Herbst wird die Stadt entsprechende Förderanträge beim Land stellen. Die Vorkalkulation liegt zurzeit bei rund 1,5 Millionen Euro, die tatsächlichen Baukosten lassen sich angesichts der aktuellen Preisentwicklungen aber kaum einschätzen.

Insel verschwindet, Überdachung wird begrünt

Die durchgängig überdachten Haltepunkte rücken weiter zur Fahrbahnmitte. Fußgänger und Radfahrer haben so mehr Platz. In der Fahrbahnmitte verschwindet die jetzige Insel mit ihrem Straßenbaum. Die jeweils vier bestehenden Bäume am rechten und linken Rand des Platzes sollen erhalten oder durch geeignete Gehölze ersetzt werden.

Die Überdachungen auf jeder Seite ähneln ein wenig den Tragflächen eines Flugzeugs. Sie verlaufen mit Aussparungen um die Stämme der Bäume herum. Die Dachflächen werden begrünt. Der Untergrund entspricht dem Prinzip der „Schwammstadt“, das heißt er ist als Regenwasserspeicher angelegt. Die gesamte Verkehrsfläche für Busse und Radverkehr ist grün gekennzeichnet.

Der Entwurf ist modern und funktional zugleich, denn so war auch die Vorgabe: den verkehrlichen Anforderungen und einem starken ÖPNV gerecht werden und gleichzeitig einen städtebaulichen Akzent setzen.

Westentor wird „entrümpelt“

Keine leichte Aufgabe, wie Stadtbaurat Andreas Mentz beim Ortstermin betonte. Die Spielräume seien am nach dem Willy-Brandt-Platz zweitstärksten Verkehrsknotenpunkt stark eingeschränkt. „Wenn wir den ÖPNV in der Zukunft weiter stärken wollen, brauchen wir gute verkehrliche Beziehungen“, so Mentz. Der Umbau sei gleichzeitig ein „Entrümpeln“. Oberbürgermeister Marc Herter bezeichnete den Umbau als „Investition in die Verkehrswende“.

Vor Ort mit Entwurf (von links): OB Marc Herter, Hellmut Neidhardt (Büro Landschaft planen und bauen), Rodegang Elkendorf (Büro Gnegel) und Stadtbaurat Andreas Mentz.

„Treffpunkt Westentor“ haben die Planer ihren Entwurf genannt. „Die Menschen fordern heute mehr von Stadträumen als noch vor zehn Jahren“, sagte Hellmut Neidhardt vom Büro Landschaft planen und bauen. Funktion, Aufenthaltsqualität und sinnliches Erlebnis sollen dem am Westentor Rechnung tragen.

Ein besonderes akustisches Gimmick dabei: Unterschiedliche Geräuschszenarien während der An- und Abfahrt der Busse und während der Wartezeiten. Vogelgezwitscher, Hundegebell oder einfach nur Ruhe – alles steuerbar und vom Band, je nach dem was sich im Busverkehr am Haltepunkt gerade tut.

Kunst soll ebenfalls eingebunden werden

Auch die vom Verein zur Förderung des Martin-Luther-Viertels geforderte Kunst soll am Westentor Raum erhalten, allerdings – so viel lässt sich schon jetzt sagen – sehr behutsam ins Erscheinungsbild integriert. Man wolle den Kontakt zu Hammer Künstlern suchen, so die Planer, um deren Vorstellungen kennenzulernen. Stadtplanerin Barbara Conrad wies darauf hin, dass Licht und Klang an sich schon Installationscharakter hätten, aber beispielsweise auch Projektionsflächen denkbar seien.

Als Bürogemeinschaft haben die Planer schon mehrfach Spuren in Hamm hinterlassen: unter anderem bei der Gestaltung des Santa-Monica-Platzes mit Synagogen-Gedenkfläche, in der Bahnhofstraße mit ihrer Einrichtung und an der Neuen Bahnhofstraße mit ihren Baum- und Lavendelstreifen.

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