Zuständig für Obdachlosen-Unterbringung
Verdruss wegen neuer Aufgaben bei Hammer Polizei
HAMM - Während die Polizei landesweit über Arbeitsüberlastung klagt, gibt’s für die Hammer Ordnungshüter noch eine Schüppe obendrauf. Seit der Monatsmitte ist die hiesige Polizei in den Nachstunden und an Sonntagen auch für die Unterbringung von Obdachlosen in der städtischen Notunterkunft an der Sandstraße in Heessen zuständig.
Das entlastet zwar den Personaletat der Stadt und deren Hausmeisterdienste, sorgt aber in Reihen der Polizei für dicke Luft und Verdruß. Von Taxidiensten, die man nunmehr übernehmen müsse, ist hinter vorgehaltener Hand die Rede. Und mit den klassischen Aufgaben von Polizei sei die neue Verfahrensweise im Umgang mit Obdachlosen kaum zu vereinbaren.
Andreas Klöpper, der stellvertretende Leiter der Polizei Hamm, widerspricht dieser Ansicht. „Wir waren schon immer für diese Einrichtung zuständig“, sagt er. In der Tat hatte die Polizei in der Vergangeheit so genannte Übernachtungsscheine ausgestellt und eine Überprüfung der Wohnungslosen vorgenommen. Für alles weitere waren dann aber das Wohnungsförderungsamt und der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt zuständig gewesen. In der am 15. Dezember in Kraft getretenen Vereinbraung ist von einer „alleinigen Zuständigkeit“ der Polizei an Sonntagen und wochentags ab 23 Uhr die Rede. Schlüssel für die Notunterkunft werden auf den Wachen hinterlegt, ebenso gibt es dort Vordrucke der Hausordnung, die den Wohnungslosen auszuhändigen sind.
Klöpper spricht von einer „Umstellung des Prozederes“, die letztlich Teil der Ordnungspartnerschaften zwischen der Stadt Hamm und der Polizei sei. Der tägliche Arbeitsanfall werde kaum ins Gewicht fallen. „Das wird sich sehr überschaubar gestalten“, sagt er.
Zweiter Dorn im Auge des Bezirks- und Schwerpunktdienstes ist die Sonderbewachung des Lutherviertels am Wochenende durch vier Beamte. „Wir haben die Situation analysiert und bewertet. Wir tun das nicht, um die Kollegen zu ärgern“, sagt Klöpper. Zunächst einmal bis Ende Januar werde daran festgehalten. Allerdings räumte der stellvertretende Behördenchef ein, dass hiefür unter anderem Personal aus dem Bezirksdienst abgeordert wird. Ähnlich personalintensiv wie die Bestreifung des Lutherviertels sei die Überwachung des Szenetreffs in der Nordring-Anlage. - fl
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