„Multi Hub Westfalen“

Umbau in „Tesla-Tempo“? 500 Millionen Euro sollen in Hammer Rangierbahnhof investiert werden

Besprachen die nächsten Schritte: OB Marc Herter, Staatssekretär Michael Theurer (Mitte), der auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Michael Thews (hinten) nach Hamm gekommen war, und Hermann Lanfer, Betreiber des „Maxi Terminals“ am Hafen.
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Besprachen die nächsten Schritte: OB Marc Herter, Staatssekretär Michael Theurer (Mitte), der auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Michael Thews (hinten) nach Hamm gekommen war, und Hermann Lanfer, Betreiber des „Maxi Terminals“ am Hafen.

Mit rund 500 Millionen Euro soll der stillgelegte Rangierbahnhof in Hamm zum modernen Container- und Warendrehkreuz umgebaut werden. „Multi Hub Westfalen“ wird dieses Drehkreuz heißen, das Schiene, Straße und Wasserwege effizient und intelligent miteinander verbinden soll. Das übergeordnete Ziel: möglichst viele Güter von der Straße holen und so CO2 einsparen.

Hamm - Damit aus den Ideen und Plänen auch Realität wird, muss eine Vielzahl an Planungs- und Genehmigungsverfahren, Gutachten und Förderanträge aufeinander abgestimmt werden. Dafür wurde am Mittwoch eine Entwicklungsagentur gegründet. Die Agentur wird aus Mitteln des „5-Standorte-Programms“ für ehemalige Standorte der Steinkohleverstromung mit 6,5 Millionen Euro gefördert.

Beauftragter für Schienenverkehr sieht „immenses Potenzial“

Weiteren Rückenwind für das Projekt gab es am Mittwoch von Bund und Land bei einer Rundfahrt mit Entscheidungsträgern über das 59 Hektar große Areal.

Der geplante „Multi Hub“ biete immenses Potenzial, um zu zeigen, dass die intelligente Vernetzung von Verkehrsträgern funktioniere. „Der Besuch in Hamm hat sich gelohnt. Die Pläne haben mich überzeugt“, betonte Michael Theurer (FDP). Er ist Parlamentarischer Staatssekretär und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr.

Riesiges Areal: Der Rangierbahnhof bietet rund 59 Hektar Fläche.

„Der Standort verfügt über alle Schnittstellen, die es ermöglichen, Güter mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck ans Ziel zu bringen. Das ist das, was wir brauchen, um die Verkehrswende auch im Güterbereich einzuläuten und die Klimaziele im Verkehrssektor einzuhalten.“

Idee kam von Bahn-Mitarbeitern aus Hamm

Die Idee zu dem Projekt kam nicht aus der Politik. „Die hatten Lokführer, Wagenmeister, Rangierer aus Hamm“, erklärte Jörg Hensel, Vorsitzender des Ortsverbands Hamm-Bielefeld der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. „Die haben überlegt, was wir aus unserem Bahnhof machen wollen. Im Anschluss haben wir alle überzeugt.“

Hensel geht davon aus, dass hochwertige und gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen werden. Planer, Disponenten, Lokführer, Instandhalter würden benötigt. Von mehreren Hundert neuen Jobs ist die Rede.

Die Entwicklungsagentur

Die neu gegründete Entwicklungsagentur wird von mehreren Gesellschaftern getragen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hamm hält 51 Prozent der Anteile, die DB Cargo 27 Prozent, die Hamm GmbH 14 Prozent, die Kombiverkehr Deutsche Gesellschaft für kombinierten Güterverkehr 5 Prozent und Lanfer Logistik 3 Prozent. Es gibt mit Marc Berendes und Thomas Hesse künftig zwei Geschäftsführer. Berendes ist über mehrere Jahre Mitarbeiter im Hammer OB-Büros unter Thomas Hunsteger-Petermann gewesen und jetzt bei der Wirtschaftsförderung. Vonseiten der DB Cargo wurde Thomas Hesse bestellt. Er ist auch Geschäftsführer der DB Intermodal Services GmbH.

Worin sich alle Beteiligten einig sind: Die Umsetzung soll möglichst schnell erfolgen. „Das Tesla-Werk in Brandenburg zu bauen, ging ja schnell. Warum sollte es mit dem Multi Hub nicht auch schnell gehen?“, fragte Hensel. Der Gewerkschafter erwartet von der Politik, die nötigen Verfahren entscheidend zu beschleunigen. „Wir wollen alle das Klima schützen. Ein Zug ersetzt 52 Lkw.“

Erster Abschnitt soll zwischen 2025 und 2030 fertig sein

Dass der Rangierbahnhof ertüchtigt werden soll, ist schon seit Jahren geplant. Bis die ersten Bagger rollen, dürfte es ebenfalls noch Jahre dauern. „Baubeginn soll Mitte des Jahrzehnts sein“, erklärte Oberbürgermeister Marc Herter am Mittwoch. „Und ich bin der festen Überzeugung, dass der erste Abschnitt in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts in den Betrieb gehen kann.“

Unterzeichnet: Die Entwicklungsagentur für nachhaltigen Gütervekehr wurde am Mittwoch gegründet.

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