Schreibwaren "Huster" gibt auf - Post und Lotto schon dicht
Hamm-Osten - Seit Mittwoch sind die Zusteller der Post in einen bundesweiten Streik getreten, und nun noch das: Die Post im Schreibwarenladen Huster an der Ostenallee ist seit Montag geschlossen. Und das ist noch nicht alles.
Mit dem Arbeitskampf hat das Aus für die Poststelle nämlich nichts zu tun: Betreiber Mathias Tonne hört auf. „Ich muss jetzt noch die Waren abverkaufen. Das dauert mindestens einen Monat. Aber die Post und auch die Lotto-Annahme habe ich mit sofortiger Wirkung geschlossen. Die Abwicklung dieser beiden Bereiche dauert eben seine Zeit“, sagt Tonne mit sichtlichem Wehmut.
Eine Nachnutzung der etwa 200 Quadratmeter großen Geschäftsräume ist laut Tonne noch nicht in Sicht. Besonders bitter für die Anwohner: Sie müssen für den Versand ihrer Briefe und Pakete nun erstmal längere Wege in Kauf nehmen.
„Wie die Situation im Moment vor Ort aussieht, kann ich noch nicht sagen“, gibt Post-Pressesprecher Rainer Ernzer zu. Laut
seiner Aussage sei es aber gängige Praxis, dass für geschlossene Filialen eines Bezirks „so bald wie möglich ein Ersatz eröffnet wird“. Ob dies im Falle Huster in dem selben Gebäude geschieht, ist allerdings noch völlig ungewiss.
Die Gründe für Mathias Tonnes Geschäftsaufgabe sind rein wirtschaftlicher Natur: „Zunächst hatte ich überlegt, mich nur zu verkleinern. Aber das ist aus räumlichen Gründen nicht möglich. Und diese Geschäftsräume noch weiterzuführen, ist für mich finanziell unmöglich“, sagt Tonne.
Die Ursachen sieht er im stark veränderten Einkaufverhalten vor allem junger Leute. „Das Internet ist ein großes Problem. Außerdem ist das hier ein eher altes Wohngebiet. Etwa 90 Prozent sind Stammkunden, und die werden immer weniger“, berichtet der Geschäftsinhaber, wie er betont, „schweren Herzens“.
Wie er seine berufliche Zukunft sieht, könne er momentan noch nicht sagen. Eines sei allerdings sicher: „Ich mach auf jeden Fall nichts Selbstständiges mehr“, erklärt er.
