Übergangszeit beendet
Bekennende „Realschulfrau“: Iris Luig übernimmt Schulleitung in der Mark
Mark - Erst seit Mittwoch vergangener Woche hat Iris Luig die Schulleitung der Realschule Mark übernommen und schon stellt sie fest: „Ich fühle mich wie zu Hause.“ Dabei ist der Lippstädterin Hamm bislang nur von Stippvisiten, wie etwa zum Maxipark, bekannt und als sie mal zwischen Schule und Studium für ein Geldinstitut gearbeitet hatte. Die Vertrautheit sitzt also tiefer.
Sich einzuleben, ist offenbar weniger von der Zeitdauer abhängig, als vielmehr von lieb gewonnenen und wertgeschätzten Gewohnheiten: „Ich habe festgestellt, ich bin Realschulfrau und wollte zügig wieder zurück“, sagt Iris Luig. Diese Erkenntnis gewann sie in den zurückliegenden zwei Jahren als stellvertretende Schulleiterin der Hannah-Arendt-Gesamtschule in Soest. Zuvor war sie sechs Jahre lang Rektorin der mittlerweile ausgelaufenen Heinz-Nixdorf-Realschule in Büren. Sie erinnert sich gern an die Zeit und „wollte wieder die Fäden in der Hand haben“.
In insgesamt zehn Jahren Schulleitung hat sie sich einen großen Erfahrungsschatz erworben und – mit ihrer ersten Leitungsstelle für dreieinhalb Jahre als Konrektorin einer Hauptschule in Lippstadt – zudem drei Schulformen intensiv kennengelernt. Das erklärt ihre Selbsterkenntnis, „Realschulfrau“ zu sein.
Mit dem Motorrad vorbeigekommen
Davon überzeugte sie offenbar auch ihre Ansprechpartner bei der Bezirksregierung, die ihren Rückkehrwunsch unterstützten. Sie seien bei der Stellensuche sehr hilfsbereit gewesen, wie sie sagt, und glaubten, was für sie zu haben. Den ersten Eindruck, die Stelle in der Mark könnte etwas für sie sein, bekam sie nach einem Ausflug mit dem Motorrad. „Das ist ja wie ein Dorf“, stellte sie angesichts des idyllischen Marker Kirchplatzes und des Umfeldes fest. „Es wirkt heimelig.“
Das Gefühl könnte aber auch aufgekommen sein, weil sie ins Ruhrgebiet zurückgekehrt ist. Die 51-Jährige ist gebürtig aus Bochum, wo sie aufwuchs. Nach dem Studium der Sportwissenschaft und Anglistik dort und in Dortmund und dem Referendariat in Arnsberg ging es nach Lippstadt, wo die Mutter von zwei Söhnen mit ihrer Familie heimisch geworden ist.
Viele Parallelen
Dass sie dieses Gefühl, zu Hause zu sein, auch nach wenigen Tagen schon in der Mark verspürt, könnte außerdem an den „vielen Parallelen“ liegen, die sie bereits vor Monaten ausgemacht hat: vertraute Konzepte, wie etwa die Streitschlichtung an der Realschule Mark, die Berufswahlorientierung und die individuelle Förderung. So gesehen findet sie ein bestelltes Feld vor, was sie dem „tollen Kollegium“ mit Konrektorin Martina Dunker-Schade zuschreibt, die die Übergangszeit meisterten: seit dem Abschied von Susanne Zerbo-Jonigk im Sommer 2017 und während der kommissarischen Leitung von Jörg Westhoff, der seit Februar die Realschule Heessen leitet.
Fitnesstrainerin und Tänzerin
Gleichwohl, und das dürfte sich jeder denken können, bringt Iris Luig eigene Ideen mit. Wie sie das Schulleben ergänzen könnte? Sie hält es für verfrüht, sich nach nur einer Woche dazu zu äußern; aber als Englischlehrerin möchte sie den Realschülern eine internationale Begegnung ermöglichen, verrät sie. Und „als Sportlehrerin fänd ich ein Sportprofil interessant“, sagt die ausgebildete Fitnesstrainerin, die außerdem bekennt: „An der Tanzerei hängt mein Herz.“