Angeklagter in Psychiatrie eingewiesen
Überraschende Wende im Messerstecher-Prozess
Hamm/Dortmund - Überraschende Wende im Prozess um den Messerstecher vom Bahnhofsvorplatz: Der 26-jährige Angeklagte aus Eritrea wurde aus der Untersuchungshaft in die geschlossene psychiatrische Klinik in Lippstadt-Eickelborn verlegt.
Es bestünden Hinweise auf eine psychische Erkrankung, so ein psychiatrischer Gutachter. Der Gerichtssachverständige hatte in der Untersuchungshaft mit dem Angeklagten zu sprechen versucht, hatte bei seinem Besuch von Justizbeamten auffälliges Verhalten geschildert bekommen.
Auch im bisherigen Prozessverlauf war auffällig, wie apathisch der mutmaßliche Messerstecher dem Verhandlungsverlauf folgte, wie geschwächt und abgemagert er wirkte durch einen offenbar mittlerweile abgebrochenen Hungerstreik.
Der des Deutschen nicht mächtige Asylbewerber aus Eritrea soll am 22. August 2017 völlig unvermittelt auf zwei flüchtig bekannte Landsleute eingestochen haben, mit denen er kurze Zeit auf einem Mäuerchen am Willy-Brandt-Platz gesessen hatte.
Die Beobachtungen in der psychiatrischen Klinik und der Versuch einer Medikamententherapie werden Hinweise geben, ob der Angeklagte zur Tatzeit psychisch krank war und daher vielleicht als schuldunfähig oder nur eingeschränkt verantwortlich für das Tatgeschehen anzusehen ist.
Der Prozess wird Ende März fortgesetzt, ein Urteil wird sicherlich erst im April gesprochen.



