Die Infos zum Zug

Rekord-Rosenmontagsumzug in Hamm: Närrischer Ansturm trotzt Schatten des Vorjahres

Der Rosenmontagsumzug in Hamm am 16. Februar wird der größte aller Zeiten. Doch der Schatten des Vorjahres bleibt präsent. Die Infos zum Zug.

Die närrische Zeit steuert auch in Hamm auf ihren Höhepunkt zu. Am 16. Februar ist Rosenmontag. Und die Vorbereitungen laufen längst auf Hochtouren: Seit einigen Wochen werkeln die Wagenbauer in der Wagenbauhalle in Herringen. „Sie sind in den letzten Zügen“, weiß Pascal Chmielnicki, Medienberater des Festkomitees Hammer Karneval 1962.

Ein Glücksspiel ist beim Rosenmontag nur das Wetter: Die Jecken sind verlässlich lustig. Dieses Foto entstand vor einem Jahr.

Das Karnevalsmotto steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Stadtjubiläums. Es lautet „BUNT wie die Stadt“.

Auch für das 59. Hammer Stadtprinzenpaar Friedrich I. und Viola I. ist der Rosenmontagsumzug der Höhepunkt ihrer Regentschaft. Seit November regieren sie, unterstützt von Hofdame Elisabeth Reisner und Adjutant Wilfried Reisner die Hammer Narren. Luke I. wird als 50. Hammer Stadtkinderprinz unterstützt von Hofdame Hailey, seiner Schwester.

Noch einmal abbiegen vorm Westentor: der Streckenverlauf des Rosenmontagszugs Hamm.

Start und Ziel des Rosenmontagsumzugs sind immer gleich. Doch auch in diesem Jahr müssen die Hammer Narren wegen der Baustelle am Westentor nochmal einen kleinen Umweg nehmen. Los geht es jedoch wie üblich pünktlich um 14.11 Uhr am Märkischen Gymnasium, wo sich zuvor der Zug formiert hat. Von dort bewegt sich der Zug über die Wilhelm-Liebknecht-Straße und die Lohauserholzstraße zur Wilhelmstraße und zur Neuen Bahnhofstraße. Vor dem Westentor wird der Zug nach rechts in den Südring abbiegen. Nach der Passage des Mercurehotels geht es links in die Westhofenstraße und dann erneut nach links in die Sternstraße. Schließlich führt die Route rechts in die Martin-Luther-Straße und von dort zum Marktplatz an der Pauluskirche, wo sich der Zug gegen 16.30 Uhr auflöst.

Wie immer setzt sich der Rosenmontagsumzug aus einigen Wagen, vier Musik- und vielen Fußgruppen zusammen. „Es haben sich so viele Gruppen wie noch nie zuvor angemeldet“, berichtet Chmielnicki. Und es können noch einige hinzukommen. Bis zum 2. Februar können sich noch Gruppen melden, die im Rosenmontagsumzug mitlaufen wollen: und zwar bei Uwe Stomin, dem Geschäftsführer des Festkomitees Hammer Karneval, unter Telefon 0172/2742705 oder per E-Mail an geschaeftsfuehrer@fhk-hamm.de.

Auch in diesem Jahr wird der Rosenmontagsumzug wieder live am Gesundheitsamt von Stefanie Wagner und Herbert Weischer aus dem Prinzenrat moderiert. Dort befinden sich auch ein Getränkestand von Pinter‘s Pinte und ein Imbiss. Schon vorher gibt es an der Strecke einen Getränkestand: Der Südener Schützenverein betreibt ihn an der Sparkasse an der Wilhelmstraße. Und natürlich gibt es zum Schluss am Marktplatz an der Pauluskirche einen Imbissstand (Immelmann).

So politisch wie in Düsseldorf, wo Satiriker und Wagenbauer Jacques Tilly mit seinen Großplastiken und Motivwagen deutsche Politiker, aber auch Donald Trump oder Wladimir Putin regelmäßig aufs Korn nimmt, ist man in Hamm nicht. „Wir als Verein sind politisch neutral“, betont Chmielnicki. Er weiß auch, dass es für Tilly selbst nicht immer lustig ist. „Ich habe mit ihm telefoniert, er hat immer wieder richtig Theater und bekommt sogar Morddrohungen.“ Zuletzt war Tilly in Russland wegen seiner Putin-Karnevalsmotive angeklagt worden. Mittwoch war Prozessauftakt.

Dass es im vergangenen Jahr beim Rosenmontagsumzug in Hamm ungewollt politisch wurde, macht die Hammer Narren immer noch fassungslos. Offensichtlich angetrunkene Fans der Hammer Eisbären hatten an der Strecke nicht „Helau“, sondern rechte Parolen wie „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“ gegröhlt. Das Festkomitee hat daraufhin Anzeige erstattet. Diese Vorfälle hatten 2025 den sonst perfekten Rosenmontagszug mit dem strahlenden Sonnenschein und zahlreichen Zuschauern entlang der Strecke überschattet. 24 000 Zuschauer im Jahr 2025 waren sogar 4000 mehr als noch 2024. Und so hoffen die Narren jetzt erneut auf guten Zuspruch und ebensolches Wetter.

„Wir denken beim Karneval und beim Rosenmontagsumzug vor allem an die Kinder“, betont Chmielnicki. Tatsächlich seien es vor allem die kleinen begeisterten Jecken, für die sich alle die Vorbereitungen lohnen: „Viele strahlende Kinderaugen sind unsere Bezahlung.“

Damit auch alles sicher ist, arbeiten die Narren mit Polizei und Stadt eng zusammen. Die Narren suchen auch in diesem Jahr noch Helfer für den Rosenmontagsumzug. Volljährige können als Ordner an Absperrbaken eingesetzt werden, Jugendliche ab 16 Jahren als Wagenbegleitung. Die ehrenamtliche Tätigkeit wird nicht vergütet. Als Dankeschön plant das Festkomitee im Sommer ein Helferfest an der Wagenbauhalle. Dort findet am Samstag, 7. Februar, um 10 Uhr eine verpflichtende Schulung statt. Interessierte Helfer können sich noch melden unter www.fhk-hamm.de.

Einen Tag vor dem Rosenmontagsumzug findet traditionell bereits in Bockum-Hövel ein Karnevalsumzug statt. Das Motto dort lautet: „Wackelkontakt im Narrenhaus“.

Rubriklistenbild: © Andreas Rother

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