Grüne sehen verpasste Chance
Klimanotstand: Radler geraten trotzdem unter die Räder
Hamm – Neue Straßendecke und Fahrbahnmarkierungen sind drauf, die Chance zu Gunsten eines klimafreundlichen Radverkehrs sei aber vertan. Das kritisieren die Grünen im Bezirk Mitte.
Die Markierungen an der Gustav-Heinemann-Straße und dem Teilstück der Goethestraße (Bismarckstraße bis Nassauer Straße) seien nach dem bisherigen Status Quo aufgebracht – also ohne optische Neuordnung des Straßenraums.
Die Grünen-Bezirksvertreter Wolfgang Ruthe und Siegbert Künzel hatten zur letzten Sitzung der Bezirksvertretung den Antrag eingebracht, den Verkehrsraum nach der Sanierung durch eine geänderte Fahrbahnmarkierung zu Gunsten des klimafreundlichen Radverkehrs neu aufzuteilen. An allen Straßen gibt es keine Radwegebenutzungspflicht.
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Chance ungenutzt verstreichen lassen
„Es wäre ein erster Einstieg möglich gewesen, die Attraktivität und Sicherheit des Radverkehrs an diesen Straßenzügen zu verbessern. Aber die Verwaltung hat diese Chance ungenutzt verstreichen lassen“, macht Ruthe dem Unmut der Grünen Luft.
Die Bezirksvertretung hatte einen Beschluss über den Antrag auf die nächste Sitzung verschoben, um eine geänderte Markierung auf Goethestraße und Marker Allee erneut prüfen zu lassen und die Verwaltung aufgefordert, dort erst einmal keine Markierungsarbeiten durchzuführen. Nun gibt es doch Vollzug.
Die Grünen hoffen nun, dass nicht auch auf der Marker Allee gleichfalls der alte Markierungszustand hergestellt wird.
Mehr Flexibilität der Verwaltung gefordert
„Welchen Wert hat die Ausrufung des Klimanotstandes, wenn alles beim Alten bleibt?“, fragt Bezirksfraktionsvorsitzender Siegbert Künzel. Er fordert Flexibilität der Verwaltung in Sachen Förderung der klimafreundlichen Mobilität.
Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2018 war Hamm zuletzt vom zweiten auf den achten Platz in der Kategorie der Städte mit einer Einwohnerzahl von 100.000 bis 200.000 Einwohner abgerutscht. In NRW belegte die Stadt aber nach wie vor den ersten Platz in ihrer Größenordnung. Der ADFC bewertete das Abschneiden Hamms seinerzeit als „starke Verschlechterung“. Kritisiert wurden die Oberfläche der Radwege, der Winterdienst auf Radwegen, die Falschparkkontrolle auf Radwegen und die Führung an Baustellen. - WA