Terraristika: "Nicht gleich illegaler Tierhandel"
HAMM - Zum 50. Mal findet am Samstag die Terraristika in den Zentralhallen statt. Die weltweit größte Börse für Terrarientiere wird veranstaltet von Frank Izaber und seiner Lebensgefährtin Nicole Joswig. Im Interview nimmt er Stellung zu den wiederkehrenden Vorwürfen.
Frank Izaber ist 51 Jahre alt und wohnt in Recklinghausen. Der gelernte Fliesenleger hat früher in Hamm gelebt und kam so auf die Zentralhallen als Ausrichtungsort. Auf der Messe herrscht nach schlechten Erfahrungen mit Tierschützern ein Fotografierverbot, und auch von sich selbst möchte Izaber kein Bild veröffentlicht sehen. WA-Redakteur Alexander Schäfer sprach mit ihm über die Messe und die regelmäßig wiederkehrenden Vorwürfe.
Die Terraristika findet am Samstag zum 50. Mal statt. Können Sie sich noch an die erste Messe erinnern? Wieviele Aussteller und Besucher gab es damals?
Izaber: Die erste Terraristika fand am 17. September 1995 statt, zum ersten und letzten Mal an einem Sonntag. Es hat sich nämlich gezeigt, dass der Samstag besser ist. Damals hatten wir rund 50 bis 60 Aussteller und 400 bis 500 Besucher. Heute sind es bis zu 5 000 Besucher und bis zu 650 Aussteller. Damals nutzten wir nur das Foyer und das Sitzungszimmer, heute bauen wir schon Zelte draußen auf.
Wo kommen die Besucher her?
Izaber: Der Großteil der Besucher hat im Schnitt einen Anfahrtsweg von 250 Kilometer. Es kommen Menschen aus Spanien, Frankreich oder England, einige sogar aus Japan und Australien. In den letzten Jahren mehr geworden sind die Besucher aus Osteuropa.
Erneut gibt es Kritik an der Veranstaltung. Diesmal ist von Schmuggel geschützter Tiere im Umfeld der Zentralhallen die Rede. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?
Izaber: In der Halle sorge ich für Sauberkeit und die Einhaltung der Regeln. Zudem kontrollieren wir selbst mit eigenem Personal den Parkplatz. In der Vergangenheit hatten wir hier umfangreiche Kontrollen durch den Zoll. Ein offener Kofferaum ist nicht gleich illegaler Tierhandel. Wenn Tiere in Indonesien falsch deklariert werden, haben wir hier als Veranstalter keine Handhabe. Da ist der Gesetzgeber gefordert.
Welche Tiere halten Sie privat?
Izaber: Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich meine erste Eidechse im Kanal gefangen. Heute habe ich Warane und ein paar Schlangen, darunter auch giftige.
Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek