Pächter gesucht: Das Louis ist tot - es lebe das Louis?
HAMM - Die schlechte Nachricht: Das „Louis“ an der Oststraße ist dicht. Die gute Nachricht: Es gibt laut Hauseigentümer mehrere Kandidaten, die die Gastronomie im jetzigen Sinne einschließlich Bluesnacht und Konzerten weiterführen möchten – und das sogar sehr bald.
Von Frank Osiewacz
„Ich bin zuversichtlich, sogar schon zum 1. Februar zu vermieten“, sagt Hauseigentümer Dr. Frank-Lothar Kirchberg. Ziel sei es natürlich, einen langfristigen Pächter zu gewinnen.
Das konnte und wollte Ghaleb Eid (39) letztlich nicht mehr sein, als er den Laden am 23. Dezember nach gut zweijähriger Inhaberschaft
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endgültig abschloss. „Ich möchte mich privat komplett neu orientieren“, sagt er. Die Entscheidung sei nicht gegen das „Louis“ gefallen, sondern für seine neue private Perspektive.
Diese fußt auf dem Soziologiestudium, das Ghaleb Eid 1996 in Jordanien abschloss. Daran will er nun mit Praktika und dann mit einem Berufseinstieg anknüpfen. Er kann sich vorstellen, im Bereich Jugendarbeit oder Migration zu arbeiten.
Seit sieben Jahren ist Eid in Deutschland und seitdem in der Gastronomie zu Hause. In Münster arbeitete er sich im „Café Sieben“ herauf, ehe er in Hamm als Inhaber im „Louis“ selbst Gastronomie mitgestaltete. Am 13. Dezember ging unter seiner Regie die 71. und vorerst letzte Bluessession über die Bühne. „Der Abschied hier hat mich emotional sehr berührt“, sagt Eid rückblickend. „Im ,Louis‘ findet Gastronomie auf sehr persönliche Art und Weise statt.“ Obwohl die Hammer Innenstadt „ein Dorf“ sei, könne man als kleiner Betrieb vom „Louis“ leben. „Man darf nur den Charakter nicht ändern“, gibt Eid seinen Nachfolgern einen guten Rat mit auf den Weg.
Der gebürtige Palästinenser und Sohn intellektueller Eltern macht keinen Hehl daraus, dass zwar nicht das „Louis“ selbst, aber die zeitweilige Konstellation mit dem Kamener „Le Monde“ für Probleme sorgte. Dies betrieb Eid mit einem Geschäftspartner zusätzlich von März bis September 2012 – und verhob sich als gemeinsame GbR daran. Nicht nur viel Arbeitskraft, sondern auch Geld aus dem Hammer „Louis“ sei in den Kamener Betrieb geflossen, gesteht Eid ein. Am Ende wohl auch zu viel.
Gleichwohl sieht er persönliche Dinge vorrangig in seiner Entscheidung. „Ich musste bisher immer tun, was ich musste und nicht, was ich wollte“, sagt er. Jetzt sieht er den Weg frei für persönliche Entscheidungen. „Jetzt war es Zeit für einen Schnitt. In die Gastronomie kann ich immer noch zurück, wenn es nötig sein sollte“, sagt er. „In meinem eigentlichen Beruf wird es in zehn Jahren aber schwer.“ Seinem Nachfolger wünscht er im Sinne der langjährigen Tradition aufrichtig alles Gute.