Sieben Maßnahmen für Klimaschutz

Strom vom Balkon: Stadt will Zuschuss für Mini-PV-Anlage zahlen

Solaranlage für den Balkon
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Kompakte Solar-Anlage: Mieter können auf dem Balkon oder der Terrasse eine kleine Solaranlage anbringen.

Die Stadt Hamm legt ein neues Förderprogramm auf: „Hammer PV“. Wer eine Photovoltaik-Anlage installiert, kann eine Förderung bekommen. Auch Mini-PV-Anlagen für den Balkon werden gefördert. Wer Geld will, muss schnell sein.

Hamm – Läuft alles gut, produzieren viele Menschen in Hamm einen Teil ihres Stroms in Zukunft selbst. Die Stadt legt das Förderprogramm „Hammer PV“ auf. Wer eine Photovoltaik-Anlage kauft und installiert, kann bis zu 2000 Euro erhalten. Höchstens 250 Anlagen können gefördert werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit werden es weniger. „Das ist nicht der große Wurf“, sagt Klimadezernent Volker Burgard. „Aber wenn jemand im Kleinen anfängt, ist das ein Fortschritt.“ Gemeinsam mit weiteren Akteuren hat Burgard das Programm am Freitag vorgestellt.

Die Förderung gibt es für fest verbaute und Stecker-PV-Anlagen: Diese haben kleine Module, die sich an Balkone hängen lassen und Sonnenenergie in Strom umwandeln. Per Stecker fließt der Strom ins Netz des eigenen Haushalts – und hilft, Kühlschrank, Waschmaschine und Co. zu betreiben.

Förderprogramm „Hammer PV“: Auch Mieter können Mini-PV-Anlage installieren

Vor allem für Bestandsbauten sei das Programm gedacht, sagte Arnela Sacic am Freitag: In Neubauten gebe es oft schon Anlagen, sagt die Vorsitzende des Ausschusses für Klima, Umwelt und Naturschutz. „Insbesondere der Bestandsbau ist die Herausforderung, bei der wir ansetzen wollen.“ Die Mini-PV-Anlagen könnten beispielsweise auch Mieter nutzen, weil sie nicht fest verbaut sind.

Wer Geld will, muss sich sputen. Aus der Klimaagentur und dem Ökozentrum heißt es, dass sich derzeit sehr viele Hammer über PV-Anlagen informieren. Die Förderung geht an die, die ihren Antrag zuerst stellen.

Wer Geld aus dem Programm „Hammer PV“ bekommen kann

Stimmt der Stadtrat zu, so fördert die Stadt Hamm ab dem 1. April die Installation von Photovoltaikanlagen. Insgesamt stehen 50 000 Euro zur Verfügung. Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Gefördert werden Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung zwischen 3 und 20 Kilowattpeak (kWp), allerdings nur an Bestandsbauten, deren Bauantrag vor mehr als fünf Jahren gestellt wurde. Pro angefangenem kWp gibt es 100 Euro.
- Gefördert werden Stecker-PV-Anlagen mit einer Nennleistung von Mindestens 560 Wp und einer Einspeiseleistung von höchstens 600 Watt. Förderung: pauschal 200 Euro je Anlage.
Die Förderung muss beantragt werden, bevor der Auftrag zur Installation erteilt wurde oder die Stecker-PV-Anlage bestellt wurde. Die Anlage muss bis zum 31. Oktober 2022 installiert sein, der Verwendungsnachweis bis 31. November 2022 bei der Stadt eingehen. Das Antragsformular und die Kontaktdaten werden noch bekannt gegeben.

Förderung für irgendwas mit Klima: Land hat Geld übrig

Das Programm gibt es, weil das Land Geld übrig hat. 40 Millionen Euro sollen auf ganz NRW verteilt werden. Die Landesregierung geht davon aus, dass die Städte aufgrund der Pandemie zu wenig in den Klimaschutz investiert hätten. Es verteilt das Geld nach einem festen Schlüssel, an Hamm gehen knapp 300 .000 Euro. Ausgeben darf die Stadt die Summe für alles, was irgendwie mit Klimaschutz zu tun hat. Einzige Voraussetzung ist, dass die Mittel bis Ende des Jahres abgerufen sind.

Das Programm stellten vor Jan Karwatzki vom Ökozentrum (von links), Volker Burgard, Umweltamtsleiter Peter Martin, Marc Herter, Sven Eiber, die Vorsitzende des Umweltausschusses Arnela Sacic, Andreas Mentz und Klimaschutzmanager Tobias Garske.

Und so gibt es neben dem Programm „Hammer PV“ sechs weitere Maßnahmen: Der Tierpark zum Beispiel kauft einen E-Radlader. Er soll das in die Jahre gekommene aktuelle Modell mit Dieselmotor ersetzen. „Der Radlader ist unser Arbeitsmittel Nummer 1“, sagt Tierparkchef Sven Eiber. Ohne finanzielle Förderung hätte der Park wohl wieder einen Diesel gekauft.

Tierpark kauft einen E-Radlader - ohne Förderung wäre es ein Diesel geworden

Nun soll bald ein 74.000 Euro teurer E-Radlader seine Runden durch den Park drehen, die Kosten liegen um mindestens ein Drittel höher als für die konventionelle Variante. Dafür soll der E-Radlader leiser und umweltfreundlicher sein. Eiber sagt, auch das Laden funktioniere. „Wir haben überall Steckdosen.“ Einmal aufgeladen, halte der Akku den ganzen Tag.

Die größte Schwierigkeit wird es, das Fahrzeug rechtzeitig zu bekommen. „Ich habe darauf bestanden, dass ein Liefertermin in diesem Jahr mit im Vertrag steht“, sagt der Zoochef. Schließlich sind auch Radlader von den zahlreichen aktuellen Lieferkrisen wie der Chipkrise betroffen.

Sechs weitere Maßnahmen für den Klimaschutz - Fernwärme für das Helios-Theater

Als weitere Maßnahmen will der Tierpark gut 150 Leuchtstoffröhren durch LED ersetzen und das Gebäude des Helios-Theaters an die Fernwärme anschließen lassen. Die Stadt will in Technik für Video-Konferenzen und E-Bikes investieren und Fahrradabstellplätze bauen – Stadtbaurat Andreas Mentz bezeichnet das Paket als Gemischtwarenladen.

Wenn ich so eine Stecker-PV-Anlage bei meinem Nachbarn sehe, überlege ich mir, ob das nicht auch was für mich ist

Volker Burgard, Klimadezernent

Keine der Maßnahmen allein sei geeignet, die Energie- oder Mobilitätswende herbeizuführen. „Aber wenn ich so eine Stecker-PV-Anlage bei meinem Nachbarn sehe, überlege ich mir, ob das nicht auch was für mich ist“, sagt Burgard – „vielleicht sogar ohne Förderung“. Er hofft ebenso wie Oberbürgermeister Marc Herter, dass das Maßnahmenpaket Strahlkraft entwickelt. Der Rat muss dem Maßnahmenpaket noch zustimmen. Er berät am 29. März.

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