Abriss von "Kipp'n in"-Komplex im Frühjahr 2018
Hamm - Der Gebäudekomplex an der Bahnhofstraße 29, in dem sich das „Kipp’n in“ und die „VIP Shisha Lounge“ befinden, soll im ersten Quartal des neuen Jahres abgerissen werden. In nichtöffentlicher Sitzung hat die Gesellschafterversammlung der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) dem Ankauf des Ensembles zugestimmt.
Die Kosten werden auf knapp 700.000 Euro taxiert. Knapp 600.000 Euro soll der Eigentümer erhalten, 100.000 kostet der Abriss. Mit dem Beschluss sind die Vorverträge nun rechtsverbindlich. In den Verträgen ist auch festgeschrieben, dass die Stadt zu September Eigentümerin wird und dann ein komplett frei gezogenes Gebäude übernimmt.
Die Shisha-Lounge wird ebenso zum 31. Mai schließen wie die Traditionsgaststätte um die Ecke. Inhaber Heiner Petermann hatte bereits angekündigt, den Betrieb in diesem Jahr einstellen zu wollen. Für den Lounge-Betrieb war es nur ein kurzes Intermezzo seit der Eröffnung Ende Januar dieses Jahres. Der Pachtvertrag endete ohnehin zum 31. Mai. Die angeblichen Renovierungskosten von 50.000 Euro wird der Betreiber keinesfalls von der Stadt erhalten. Diese übernehme nur belastungsfreie Objekte, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.
Die Stadt will die Neubebauung an dieser Stelle für studentisches Wohnen ausschreiben. Baulich soll sich der Komplex in die Gesamtsituation mit Blick auf den Platz der Deutschen Einheit einfügen. Bevor der Abriss erfolge, so Hunsteger-Petermann, würden die notwendigen Untersuchungen durchgeführt.
Bereits bevor der kommunale Ordnungsdienst und die Polizei im Dezember ihr City-Büro im Kleist-Forum bezogen hatten, war das Gebäudeensemble als möglicher Standort und Kaufobjekt ins Gespräch gekommen. Damals kam es aber noch zu keinem Abschluss.
In einem zweiten Beschluss wurde auch das Flüchtlingsheim an der Kleinen Alleestraße der SEG übertragen, um den Abriss vorzubereiten. Käme allerdings ein Denkmalschutz, ginge das Objekt zurück an die Stadt. Diese würde es angesichts geschätzter siebenstelliger Kosten aber in keinem Fall sanieren.
Alisan Sengül (Die Linke) machte deutlich, seine Fraktion werde SEG-Ankäufe nicht mittragen. „Nicht weil wir gegen Stadtentwicklung sind, sondern weil mit den Geldern der SEG nicht wie von der Koalition angekündigt umgegangen wird. Eine Kapitalvermehrung findet nicht statt“, sagte Sengül.