Schausteller „an der Grenze des Machbaren“
Stadt gibt Hammer Kirmes-Park grünes Licht - Dickes Regelpaket zu stemmen
Um die Mini-Kirmes vor den Zentralhallen möglich zu machen, müssen die Schausteller ein dickes Corona-Regelpaket stemmen. Trotz aller Schwierigkeiten toppt die Vorfreude die Sorgen aber deutlich.
Hamm – Uwe Röhrig fiel am Mittwoch ein schwerer Stein vom Herzen. Die Stadt signalisierte nämlich grünes Licht fürs Hygienekonzept für den vom 18. bis 27. September an den Zentralhallen geplanten „Hammer Kirmes-Park“. Konkret haben also das Ordnungs- und das Gesundheitsamt das von den Schaustellern erstellte Papier genehmigt. Getreu der aktuellen Coronaschutzverordnung muss es zwar noch dem Land NRW vorgelegt werden – dessen Zustimmung gelte jedoch eher als „Formalie“, liest Röhrig aus den bisher mit der Stadt geführten Gesprächen heraus. Der Hammer Schausteller-Chef gibt zu, „an die Grenzen des Machbaren gekommen“ zu sein.
Die Genehmigung ist zugleich der Startschuss für den Aufbau. Seit Mittwoch trudeln die Schausteller auf dem Gelände ein. Die ungewöhnliche Situation erfordert eben einen deutlich längeren Vorlauf als sonst beim routinierten Vorgehen rund um die Pauluskirche.
Die Eckpunkte für den ersten „Hammer Kirmes-Park“:
- Gesamtfläche: Der Kirmes-Park darf sich auf gut 12.000 Quadratmetern ausdehnen.
- Besucherzahl: Rund 1380 Personen dürfen sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten (laut Brandschutzgutachten). Personal mit Zählgeräten stellt die Einhaltung der Besuchervorgaben sicher. Ampelsymbole auf der Stunikenmarkt-Facebookseite informieren über die aktuelle Auslastung.
- Zugang: Der Ein- und Ausgang wird - räumlich getrennt - auf der Seite der Zentralhallen eingerichtet.
- Einlass: Der Eintritt kostet 1 Euro; alle Besucher müssen sich vor dem Betreten in einem Container registrieren.
- Corona und Hygiene: Vor und auf dem Platz gelten die bekannten Masken- und Abstandsregeln: Hinweisschilder und Markierungen erklären die Vorgaben, für Warteschlangen gelten Wegführungen, an allen Geschäften gibt es Desinfektionsspender, in den Attraktionen muss ein Mund- und Nasenschutz getragen werden.
- Sicherheit: Ein Security-Team wird den Eingangs- und den Innenbereich beobachten und kontrollieren. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird unter Verweis auf das Hausrecht des Platzes verwiesen.
- Alkohol: Alkoholische Getränke gibt‘s nur im 440 Quadratmeter großen „Biergarten“. Dessen Gäste müssen sitzen und sich dort nochmals registrieren. Das Mitbringen alkoholischer Getränke ist nicht erlaubt; Rucksäcke und andere Taschen sollen möglichst zuhause bleiben.
- Angebot: Neben den bereits kommunizierten Attraktionen wie „Jetlag“, Breakdance Riesenrad und Autoscooter gibt es zehn gastronomische Betriebe und natürlich diverse Spielgeschäfte. Insgesamt 35 Anbieter werden um die Gunst der Besucher buhlen.
- Feuerwerk: Anders als beim Stunikenmarkt wird es kein Feuerwerk geben; Grund ist die Sorge vor Gruppenbildungen.
- Familientag: Auch den beim Stunikenmarkt sehr beliebten Angebotstag mit reduzierten Preisen wird es nicht geben.
- Offizielle Eröffnung: Fällt ebenfalls wegen der sensiblen Gruppenbildungsproblematik weg.
- Daten und Zeiten: 18. September bis 27. September, montags bis freitags 15 bis 21.45 Uhr, samstags und sonntags 13 bis 21.45 Uhr.
Hammer Kirmes-Park: Schaustellerchef müde, aber kämpferisch
Kaum einer der genannten Aspekte ist nicht neu für die Hammer Schaustellergemeinschaft, was eine riesige Herausforderung darstellt. Uwe Röhrig nimmt diese Herausforderung kämpferisch an: „Das macht das Leben spannend“, findet der Kirmes-Chef, der in diesem Jahr kaum noch etwas zu verlieren hat. Er und seine Kollegen würden sowohl für die eigenen Familien und das Personal als auch für die Besucher nun Verantwortung übernehmen.
Hammer Kirmes-Park: Zufrieden mit Platzangebot
Das durch die Grünabfallsammelstelle eingeschränkte Platzangebot auf dem Ökonomierat-Peitzmeier-Platz hält Röhrig nicht für einen Nachteil: Die Erfahrung aus Dortmund oder Düsseldorf zeige, dass man mit Angeboten mittlerer Größenordnung wie jetzt in Hamm „gut fahren“ dürfte. Für Großattraktionen wie eine Achterbahn oder Wildwasserbahn lohne sich das Kommen schon wegen der auf zehn Tage befristeten Zeit ohnehin nicht.

