Hier im Bezirk Rhynern
Stadt rät zu Eigeninitiative beim Hochwasserschutz
RHYNERN - Die Stadt Hamm empfiehlt den Bürgern im Stadtbezirk Rhynern, private Maßnahmen zum Hochwasserschutz zu treffen – am besten kurzfristig. Damit ließen sich die Schäden bei Extrem-Ereignissen wie Ende Juli am wirkungsvollsten minimieren.
Öffentliche Maßnahmen seien zwar auch geplant, eine schnelle Umsetzung aber aus verschiedenen Gründen (noch) nicht möglich.
Die Verwaltung beantwortet damit die Anfragen der Grünen und FDP, die sich nach dem Hochwasser möglichst schnelle Lösungen für den Wiederholungsfall wünschten. Dass Baumaßnahmen nicht kurzfristig umgesetzt werden können, habe die bekannten Gründe, so die Verwaltung. Die Hochwasser-Sicherungen in Süddinker (Fuhr- und Huffelbach) sowie in Osttünnen (Tünner Bach) scheitern aktuell an der Verkaufsbereitschaft einzelner Eigentümer. In Süddinker seien, auch durch die Initiative von Bürgern, die Gespräche wieder aufgenommen worden (WA berichtete).
Sind die Mittel für die Maßnahmen in Osttünnen und Süddinker bereits in vergangenen Haushaltsplänen vorgesehen, so seien die Gelder für die Reinwasserableitung in Westtünnen, inklusive der Hochwassersicherung des Dienebachs für den Haushalt 2015/16 erst angemeldet. Die Haushalts-Beratungen finden im November statt.
Konkrete Zahlen, wie hoch die Schadenssumme im Stadtbezirk Rhynern war, liegen der Stadt noch immer nicht vor. Die öffentlichen Gebäude seien verschont geblieben, zu privaten Kosten gebe es keine Angaben.
Den Bürgern, die in gefährdeten Bereichen des Stadtbezirks wohnen, gibt die Verwaltung konkrete Tipps an die Hand, wie die Kosten so gering wie möglich gehalten werden können:
- Kellerfenster und Türeingänge durch kleine Wälle, Schwellen, Mauern schützen.
- Kanaleinläufe regelmäßig von Verschmutzungen reinigen.
- Abwasseranschlüsse vor Rückstau aus der Kanalisation schützen.
- Versicherung gegen Elementarschäden abschließen.
- Keine wertvollen Dinge in überflutungsgefährdeten Gebäudeteilen lagern.
- Befestigte Flächen nicht mit Gefälle zum Haus anlegen.
- Hausinstallationen für Strom, Gas und Heizung sind oberhalb der Kellerräume besser geschützt.
- Bei höheren Grundwasserständen sind wasserdichte Keller unverzichtbar. Unter Umständen kann es besser sein, beim Neubau auf einen Keller zu verzichten.
Weitere Aufschlüsse über den Hochwasserschutz erhofft sich die SPD, die einen Sachkundigen in die nächste Bezirksvertreter-Sitzung am Donnerstag, 11. September, eingeladen hat. - jb