Fahrkarten können wegen Umleitung teurer werden

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Hamm - Wenn die Bahnstrecke zwischen Hamm und Dortmund Mitte Juli gesperrt wird, steigen bei einer bestimmten Verbindung die Fahrpreise. Bahn und Verkehrsverbünde raten, beim Ticketkauf auf die günstigere Variante zu achten.

Länger unterwegs sein und dafür auch noch mehr zahlen? Für Bahnkunden ist das bei Umleitungen ein denkbares Szenario. Als 2017 zwischen Nürnberg und Stuttgart gebaut wurde, kostete der Umweg die Passagiere zehn Euro mehr als üblich. Bei der bevorstehenden Streckensperrung zwischen Hamm und Dortmund kann es ebenfalls zu höheren Fahrpreisen kommen – die die Passagiere aber nicht zahlen müssen.

Vom 14. Juli bis zum 9. September ist der direkte Schienenweg zwischen Hamm und Dortmund durch umfangreiche Bauarbeiten blockiert. Im Fern- und Regionalverkehr fallen zahlreiche Züge aus, andere fahren eine Umleitung über die Hamm-Osterfelder Bahn und werden dabei gut 15 Minuten länger als üblich unterwegs sein.

Wer mit dem Regionalexpress 1 („NRW-Express“ Hamm–Aachen) fährt, könnte für die Unannehmlichkeit sogar tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Zug hält nämlich auf der Umleitungsstrecke am Bahnhof „Preußen“ – ein Entgegenkommen für Fahrgäste, die sonst in Kamen ein- oder ausgestiegen wären. „Preußen“ gehört aber zu Lünen und damit zu einem anderen Tarifgebiet, was den Fahrpreis erhöht.

Die preiswertere Variante wählen

Die Fahrkartenautomaten für den Zeitraum der Sperrung umzuprogrammieren, kommt für die Deutsche Bahn und den Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) nicht in Frage. Der Aufwand wäre zu hoch, sagt ein NWL-Sprecher. Doch es gebe eine Lösung im Sinne der Fahrgäste: Die Automaten würden beim Kauf von Einzelfahrscheinen mehrere Optionen anzeigen: eine preiswerte, über die eigentlich gesperrte Strecke und ein teurere über die Umleitungsroute.

Selbstverständlich solle man die preiswertere Variante wählen, so der Sprecher. Die Kontrolleure seien instruiert, diese Fahrscheine anzuerkennen. In Reisezentren würden von vornherein die preiswerteren Tickets verkauft, so der Sprecher. Keine Gedanken müssten sich auch die Inhaber von Monatstickets machen, die würden auch während der Streckensperrung generell anerkannt. Wer dennoch ein zu teures Ticket erworben habe, könne sich den Differenzbetrag zurückerstatten lassen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn AG.

Betroffen von der Fahrpreiserhöhung ist nur die Linie RE1. Die über dieselbe Strecke umgeleitete RE3 („Rhein-Emscher-Express“ Hamm–Düsseldorf) hält zwar ersatzweise in Derne und Kirchderne, die Bahnhöfe gehören aber zum Dortmunder Stadtgebiet, für das die Fahrgäste in jedem Fall bezahlen müssen. Und im Fernverkehr gibt es feste Streckenpreise, die von der Umleitung nicht berührt werden.

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