Lockruf nach Stromberg

Kocker verlässt Hamm: SPD verliert Ex-Topkandidat

Dennis Kocker beim WA-Interview im Herbst 2017.
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Dennis Kocker beim WA-Interview im Herbst 2017.

Hamm – Dennis Kocker verlässt Hamm. Damit steht die hiesige SPD ab Juni ohne ihren ehemaligen Hoffnungsträger da.

Immer mehr hatte sich der 39-Jährige, der für die Genossen Oberbürgermeisterkandidat, Unterbezirksvorsitzender und Fraktionschef war, zuletzt aus dem politischen Leben und der aktiven Kommunalpolitik zurückgezogen. Bald muss Kocker auch sein Ratsmandat niederlegen. Den ehemaligen Oberbürgermeisterkandidaten zieht es in den Kreis Warendorf – nach Oelde-Stromberg.

Das Kommunalwahlgesetz legt fest, dass ein Ratsmitglied in der Stadt wohnen muss, in der es sein Mandat hat. Die März-Sitzung des Rates der Stadt Hamm wird voraussichtlich die letzte sein, die Kocker als Ratsmitglied miterlebt. Abgeben wird er zudem seinen Sitz im Aufsichtsrat der Stadtwerke Hamm. Bis zum Ende der Legislaturperiode will er weiter den Aufsichtsrat der HGB führen; das sei juristisch möglich.

Schon lange, so Kocker, habe er sich gemeinsam mit seiner Frau mit dem Gedanken getragen, sich räumlich zu verändern. „Wir wollten gerne ein größeres Haus haben und etwas ruhiger wohnen“, sagte Kocker auf Nachfrage.

Im Internet wurde die jetzt in Stromberg erworbene Immobilie mit einer Wohnfläche von 218 Quadratmeter in einer hochwertigen Wohnlage beworben. Dem Hammer Rechtsanwalt wurde bereits im OB-Wahlkampf ein Hang zum Luxus nachgesagt – jetzt zieht er in eine Villengegend mit direkten Blick auf die Burgruine des Ortes.

Thomas Hunsteger-Petermann und Dennis Kocker im Vorfeld der Bürgermeisterwahl 2014 vor dem WA-Verlagsgebäude.

Die Entscheidung aus Hamm wegzuziehen hätten er und seine Frau sich nicht leicht gemacht, unterstreicht Kocker. Aber die Immobilie in Stromberg sei zu verlockend und die Lage fantastisch. Da seine Frau aus dem Kreis Warendorf komme und er verwandtschaftliche Beziehungen nach Oelde hege, habe das die Entscheidung erleichtert.

Beruflich will Kocker Hamm weiter treu bleiben und als Partner in der Rechtsanwalt-Sozietät arbeiten.

Ohnehin habe er vorgehabt, sich ab der nächsten Kommunalwahl komplett aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Die Arbeitsbelastung in der Rechtsanwaltskanzlei habe in den vergangenen Jahren enorm zugenommen.

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Mit diesem Argument hatte er auch schon vor gut eineinhalb Jahren seinen Rückzug als SPD-Fraktionsvorsitzender begründet.

Doch ausschließlich um seinen Beruf will sich Kocker nicht kümmern. „Ich bleibe Präsident des Hammer Sportbundes.“ Am Herzen liege ihm auch die Hammer SPD weiterhin. Er wolle ihr nach wie vor angehören.

Beerben wird Kocker Patric Quos. Der Heessener Bezirksvertreter folgt Kocker als Ratsmitglied.

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