Stadtbücherei: Sonntagsöffnung nur mit breiter Basis
Eine Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek ist grundsätzlich möglich, ob sie aber tatsächlich kommt, ist noch nicht entschieden. Zur Zeit werden verschiedene Modelle erarbeitet, unter denen eine Öffnung theoretisch möglich wäre.
Hamm – Zum Jahresende sollen Ergebnisse in Form eines Abschlussberichts vorliegen. Das erläuterte Kerstin Schmidt von der Agentur „Demographie lokal“ (Minden) in einem Zwischenbericht in der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Kreativwirtschaft und Partnerstädte.
Das im Oktober 2019 im nordrhein-westfälischen Landtag verabschiedete Bibliotheksstärkungsgesetz ermöglicht es Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen, auch sonntags zu öffnen. Dadurch sollen unter anderem Familien mehr Gelegenheiten zu einem gemeinsamen Bibliotheksbesuch bekommen. Um die Bibliotheken bei der Umsetzung zu unterstützen, hatte das Land ein 1,2 Millionen Euro umfassendes Förderprogramm aufgelegt. In Hamm war vor allem die FDP für die Sonntagsöffnung eingetreten.
Nur in Kooperation mit Partnern
Schmidt machte deutlich, dass eine Öffnung der Zentralbibliothek nur in enger Kooperation mit Partnern funktionieren könne. „Eine Belebung des Bahnhofsviertels allein durch die Zentralbibliothek ist nicht sinnvoll“, machte Schmidt deutlich. Man müsse in einem Gesamtkontext denken.
Um Vorstellungen und Bedarfe einer Sonntagsöffnung zu ermitteln, führte die Agentur Interviews unter anderem mit Vertretern aus Politik, Handel, Kirche und Hochschulen. Von einer Online-Befragung, die vor allem auch Studenten erreichen soll, erhofft sich Schmidt weitere Erkenntnisse. Mit den Mitarbeitern seien intensive, konstruktive Gespräche geführt worden. Ergebnis laut Schmidt: „Es gibt auch Zurückhaltung und Bedenken.“
Breite Unterstützung durch Mitarbeiter erforderlich
Über ein Dutzend Öffnungsmodelle seien denkbar, alle theoretisch machbar – von der Basisversion bis zum Veranstaltungsort mit regem Austausch. „Am Ende bedarf es einer differenzierten Abwägung und einer breiten Unterstützung durch die Mitarbeiter“, sagte Kerstin Schmidt. Zum Jahresende werden die Möglichkeiten auf dem Tisch liegen.