Umstrittene Straße
Schwebebahn für Hamm? Grüne weiter gegen B63n - und mit alternativem Vorschlag
Die Hammer Grünen sind nach wie vor gegen den Bau der B63n. Sie schlagen eine komplett andere Lösung vor.
Hamm – Zuletzt war durch Äußerungen von Oberbürgermeister Marc Herter zur Reaktivierung des Rangierbahnhofs und der damit verbundenen Planung der B63n als straßenseitige Anbindung zumindest der Eindruck entstanden, die Ampel-Koalition habe sich inzwischen darauf geeinigt, dass die Straße definitiv gebaut werden soll.
Merschhaus: Planer braucht Hamm auch fürs Radwegenetz
Daraufhin hatte die CDU Fragen zur konkreten Position der Grünen gestellt, die das Projekt bislang immer ablehnten und die Planung nur tolerierten. Nun hat sich Grünen-Fraktionschef Reinhard Merschhaus geäußert: „In der Grundsatzfrage gibt es nichts Neues zu vermelden. Der Koalitionsvertrag gilt“, sagt er. Dort heißt es zur B63n: „Verfahrensleitende Beschlüsse sind in den nächsten fünf Jahren weder von den Bezirksvertretungen noch vom Rat zu treffen.“ Zwei dieser fünf Jahre sind mittlerweile um.
Ferner stünden auch keine Beschlüsse mit Blick auf zusätzliche Planer für das Straßenbauprojekt an. „Planer brauchen wir ja an vielen Stellen. Zum Beispiel für das Radwegenetz. Das ist innerhalb der Koalition geklärt.“ Solche Planungsstellen müssten aber immer auch bezahlt werden – vorzugsweise von Bund und Land.
Grüne wollen Alternativ-Lösung - nahe der Autobahn
Für die Anbindung des Rangierbahnhofs ans Autobahnnetz sei nicht zwangsläufig die B63n nötig, meint Merschhaus. „Da könnte man auch mal neu denken.“ Der 70-Jährige schlägt vor, die Güter direkt an der A2 vom Lkw auf die Schiene zu bringen und dann zum Rangierbahnhof zu befördern. „Da braucht es technische Lösungen.“ Er könne sich zum Beispiel eine Schwebebahn vorstellen.
Tatsächlich befindet sich im Industriegebiet in Bönen an der A2 ein Container-Terminal, von dem aus zwei Gleise zum Hammer Rangierbahnhof führen.