Nach Schüssen am Freitag

Motive für Bluttat im Nordring sind unklar

HAMM - Nach den Schüssen am Nordring spricht die Hammer Polizei von einer "neuen Dimension" der Gewalt. „So etwas gab es dort bisher noch nicht“, sagte Polizeisprecher Ulrich Biermann am Samstag gegenüber dem Stadtanzeiger. Derweil bleibt die Bluttat rätselhaft.

Immer wieder werden die Beamten zum Nordring gerufen oder führen Kontrollen durch, doch zu einer derart gefährlichen Gewalttat kam es bisher noch nicht.

Die Schießerei, bei der ein 44-jähriger Mann aus Bönen schwer verletzt wurde, bleibt in vielerlei Hinsicht rätselhaft. Vor allem die Fragen nach den Motiven konnte über das Wochenende nicht beantwortet werden.

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Der 33-jährige Hauptverdächtige aus Wickede, der mit einem abgesägten Gewehr auf den Mann aus Bönen schoss und diesen am Arm traf, sitzt seit Samstag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Bislang weiß man von ihm, dass er in früheren Jahren bereits zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Sein Begleiter, ein 35-jähriger Mann aus Werl, befindet sich dagegen wieder auf freiem Fuß. Er war mit einer frei verkäuflichen Luftdruckpistole bewaffnet, machte von dieser aber keinen Gebrauch.

Bilder vom Nordring am Freitag:

Beide Männer waren mit einem Pkw nach Hamm gefahren. Möglicherweise wollten sie ihr Opfer wegen einer Drogen-Kurierfahrt nach Holland zur Rede stellen, was aber von der Staatsanwaltschaft Dortmund gestern nicht bestätigt wurde. Der Hauptverdächtige sei im Umfeld des Szenetreffs nicht bekannt gewesen hieß es. Das Opfer hingegen schon. Der 44-jährige Bönener wurde von einer Schrotladung getroffen. Dass die Tatwaffe nach dem ersten Schuss eine Ladehemmung hatte, kann die Staatsanwaltschaft bislang nicht bestätigen. Mehrere Patronen wurden am Tatort gefunden, dass der Hauptverdächtige weitere Male auf seinen Widersacher angelegte und den Abzug zu betätigen versuchte, blieb ebenfalls unklar. Drogen oder Bargeld wurden von den Ermittlern nicht gefunden.

Die Anwohner der angrenzenden Straße Nordenwall müssen seit Jahren mit der Szene in ihrer Nachbarschaft leben, der Oberbürgermeister Thomas

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Hunsteger-Petermann sogar einen Pavillon errichten ließ. Bevor die Drogenszene im Nordring einquartiert wurde, war sie im Bereich des Lebensmittelmarktes gegenüber der Pauluskirche heimisch. Doch die Hammer Verwaltung wollte das Problem aus der direkten Innenstadt hinaus an deren Rand verlagern. Ob sie aus dem Vorfall nun Konsequenzen zieht, ist noch unklar.

Die Ermittungen dauern an. - tig/fl/WA

Rubriklistenbild: © Zimmermann

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