Schon wieder Telefonbetrug: Falsche Polizisten bringen Seniorin in Hamm um ihre Ersparnisse
Hamm - Falsche Polizisten haben am Montagnachmittag in Pelkum eine 86-jährige Seniorin um ihre Ersparnisse gebracht.
Zwei der Täter waren mit einem weinroten Pkw der Marke Kia, an dem sich ein weißer, vergilbter Wohnwagen befand, unterwegs. Sie trugen eine Art Uniform, bei der es sich möglicherweise um Karnevalskostüme handelt.
Zeugen hatten gegen 16.30 Uhr beobachtet, wie sich diese beiden etwa 25 Jahre alten und südländisch aussehenden Männer dem Grundstück der Rentnerin an der Kerstheider Straße genähert hatten. Dort hatte die Frau ihr Erspartes – einen niedrigen vierstelligen Geldbetrag – in einem Umschlag abgelegt.
Frau fällt auf übliche Masche herein
Begonnen hatte das Geschehen gegen 15.15 Uhr. Die Rentnerin erhielt einen Anruf von einem akzentfrei sprechenden Mann, der sich als Kriminalhauptkommissar Manfred Schneider ausgab. Etwa eine Stunde lang hielt der vermeintliche Kommissar das Opfer am Telefon fest und gaukelte ihm die mittlerweile schon übliche Masche vor:
Drei Einbrecher seien auf der Flucht, und es gebe Hinweise, dass sie auf dem Weg zu der Seniorin seien. Zur Sicherheit solle sie alle ihre Ersparnisse zusammensuchen, in einen Umschlag packen und vor der Haustür ablegen. Kollegen von ihm würden dann kommen und das Geld in Sicherheit bringen.
Täuschend echte Geräuschkulisse
Die Seniorin ließ sich auf dieses Szenario ein – wohl auch deshalb, weil die Täter eine perfekte Kulisse für ihren Betrug aufgebaut hatten. Während des Telefonats mit „Kommissar Schneider“ wurden im Hintergrund Geräusche abgespielt, die wie eine Funkkommunikation klangen.
Um das Opfer auch nach der Geldabholung in Sicherheit zu wiegen, meldete sich der falsche Kommissar noch einmal bei der 86-Jährigen und gab an, dass das Geld nun in guten Händen sei und auch ihre Konten umgehend gesperrt würden. Weitere Forderungen wurden in dem Gespräch nicht mehr gestellt.
Die Polizei warnt eindringlich davor, Wertgegenstände und Geld herauszugeben. Hinweise zum konkreten Fall werden von ihr unter Telefon 916-0 oder per Mail unter hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegen genommen.