Todesschütze (77) nicht polizei-bekannt
Schießerei in Hamm-Werries: Herkunft der Waffe ungeklärt
HAMM - Nach der verheerenden Schießerei in einer Seniorenwohnanlage in Hamm-Werries schweben auch am Freitagmorgen noch zwei Opfer in Lebensgefahr. Es handelt sich um eine 77-jährige Bewohnerin und eine 55-jährige Betreuerin. Am Mittwoch starben bereits ein 72-jähriger Bewohner und der 77-jährige Täter.
Die beiden Frauen waren an Mittwoch in Kliniken in Hamm und Dortmund teils über Stunden notoperiert worden. Ihr Zustand sei nunmehr stabil, sie seien aber noch nicht außer Gefahr, teilte die Dortmunder Staatsanwaltschaft mit. (Lesen Sie hier unsere vorherige Berichterstattung.)
Schütze ein unbeschriebenes Blatt
Beim dem 77-jährigen Todesschützen handelt es sich um ein aus polizeilicher Sicht gänzlich unbeschriebenes Blatt. Er war nie gewalttätig geworden, hatte keinerlei Vorstrafen.
Mindestens ein Jahr lang muss er sich mit seiner 77-jährigen Nachbarin verbal beharkt haben. Das bestätigte nunmehr auch die Staatsanwaltschaft. Verschiedene kleinere Streitigkeiten habe es gegeben – mehr aber auch nicht.
Was den Rentner am Mittwochmorgen zu dem Massaker im Gemeinschaftsraum der Seniorenanlage verleitete, war den Ermittlern der Mordkommission auch am Donnerstag noch ein Rätsel.
Die Tatwaffe war eine Walther P38
Bei der Tatwaffe handelt es sich um eine alte Pistole vom Typ Walther P38. Dieser Waffentyp wurde bereits zu Wehrmachtszeiten hergestellt, bis in die 1990er Jahre hinein aber auch unter anderem von der Bundeswehr und dem Bundesgrenzschutz verwendet.
Woher die Waffe stammt, ist noch unklar
Woher der in der Ukraine geborene Schütze die Pistole hatte, ist noch unklar und Gegenstand weiterer Ermittlungen. „Die Waffe lag jedenfalls nicht als gestohlen bei uns ein“, sagte Staatsanwältin Sandra Lücke. Derzeit werde noch überprüft, ob die Pistole in der Vergangenheit möglicherweise bei anderen Verbrechen verwendet worden war.
Theoretisch hätte es noch mehr Opfer geben können
Theoretisch hätte es am Mittwochmorgen auch noch mehr Opfer geben können. Das Magazin der Waffe war mit acht Patronen voll geladen. Nach vier Schüssen auf seine Mitbewohner und die Betreuungskraft des Evangelischen Pflegedienstes steckte sich der Rentner die Pistole in den Mund und drückte ab.
Die Hammer gemeinnützige Baugesellschaft als Eigentümer des Objekts und der Evangelische Pflegedienst organisierten am Donnerstag ein professionelle, seelsorgerische Betreuung der Bewohner und Angehörigen. „Wir werden immer eine Kraft
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im Stand-By haben“, kündigt Pressesprecherin Susanne Grobosch an.
So wird in der sozialpflegerischen Betreuung, die immer mittwochs angeboten wird, neben einer Betreuerin auch ein Seelsorger anwesend sein. Am Freitag findet ein Treffen mit den Bewohnern der drei Häuser und Mitarbeitern statt, in dem das weitere Vorgehen besprochen wird.
Der Evangelische Pflegedienst bietet den Bewohnern regelmäßig einen Service an, bei dem es sich nicht um pflegerische Leistungen, sondern um Hilfen im Alltag, zum Beispiel dem Schriftverkehr mit Behördern oder Krankenkassen handelt.
Bewohner kehren in Wohnungen zurück
Am Donnerstag kehrten alle Bewohner in ihre Wohnungen zurück. Laut Grobosch bestand der ausdrückliche Wunsch dazu. Einige Senioren hätten den Nachmittag aber bei Verwandten verbracht. - fl