Vermarktung des Heessener Baugebiets begonnen

Riesengroße Nachfrage nach Grundstücken an Schlossmühle

Besichtigung: Reinhold Gierse und Franz Venker von der Firma Heckmann (Mitte) stellten den aktuellen Stand im Baugebiet „An der Schlossmühle“ vor.
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Besichtigung: Reinhold Gierse und Franz Venker von der Firma Heckmann (Mitte) stellten den aktuellen Stand im Baugebiet „An der Schlossmühle“ vor.

Angesichts der Vorlaufzeit lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass die Arbeiten im Baugebiet an der Schlossmühle nun auf die Zielgerade eingebogen sind. Die Hammer Baufirma Heckmann, die zum Ende des vergangenen Jahres bereits die Erschließungsarbeiten abgeschlossen hat, hat bezüglich der Einfamilienhäuser mit der Vermarktung begonnen und berichtet über eine unglaublich große Resonanz.

Heessen – Dennoch wird es noch einige Zeit dauern, bis alles fertig ist. „Ich hoffe, dass dieses oder nächstes Jahr hier viel Baubetrieb herrscht“, sagte Geschäftsführer Reinhold Griese vor Ort und ergänzte, dass in drei Jahren vielleicht die Straße endausgebaut werden könnte.

Für die Eigentumswohnungen soll die Vermarktung ebenfalls zeitnah erfolgen, noch wartet das Unternehmen allerdings auf die Baugenehmigung. Auf Einladung der Heessener CDU stellten Gierse und Franz Venker, Leiter des Vertriebs, nun den aktuellen Stand und die weiteren Pläne vor.

Schon 1997 tauchte das Baugebiet am Mühlenteich rund um die denkmalgeschützte Öl- und Kornmühle aus dem 16. Jahrhundert auf der Tagesordnung des Stadtrates auf. 2008 sei es schon fast beschlussreif gewesen, wie der CDU-Kreisvorsitzende Arnd Hilwig erinnerte, doch immer habe es neue Schwierigkeiten gegeben. Beim Ortstermin sprach Hilwig nun von einer „historischen Chance“, die sich biete, die Schlossmühle historisch zu erhalten und in einem sich fügenden architektonisch passenden Rahmen einzubetten. „Dass uns das nach Jahrzehnten gelungen ist, darüber bin ich froh.“ Im Winter vergangenen Jahres wurden erste Pläne vorgestellt.

Das Baugebiet: Die Vermarktung für die sechs Grundstücke in Norden (orange) hat bereits begonnen, die für die vier Eigentumswohnungen (weiß) soll bald folgen, das fünfte Gebäude ist schon verkauft.

Aktueller Stand

Ende Mai 2021 hatte Heckmann mit den Aufräum- und Erschließungsarbeiten begonnen und sie im Herbst beendet. Auf der rund 100 000 Quadratmeter großen Fläche wurden Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Fernwärme und Telefonie sowie Kabel für die Straßenbeleuchtung verlegt. Dazu etwa 450 Meter Regenwasserkanäle und rund 500 Schmutzwasser-Druckrohre gebaut. Das Regenwasser wird über den Enniger Bach und den Mühlenteich abgeleitet, das Schmutzwasser mittels Hebetechnik zum bestehenden Kanalsystem und dann zur Kläranlage befördert. „Alle Kanäle sind drin“, so Gierse. Im Dezember wurde das Müllerhaus abgerissen und zu guter Letzt im März Restmängel beseitigt.

Enniger Bach

Hochwasserschutz spielt in bei der Flächenversiegelung für dieses Baugebiet eine besondere Rolle. Oberlieger hatten aus Sorge um ihre Häuser ein Gerichtsverfahren eingeleitet. Wie Hilwig und Gierse nun mitteilten, konnte ein Gutachter die vorgebrachten Bedenken nicht feststellen und habe aufgrund der Baupläne keinerlei Schwierigkeiten gesehen.

Durch die Verlegung des Enniger Baches werde die Situation „deutlich verbessert“, meinte Gierse. Der Bach soll ab der Dolberger Straße etwas weiter östlicher durch sein altes Bett geführt werden; da, wo aktuell eine Pferdewiese ist. Der derzeitige Lauf werde zusätzlich weiter als Überlauf bereit gehalten. „Das Ablaufvolumen wird verdoppelt“, sagte Gierse. Außerdem liege das Baugebiet über der aktuellen Jahrhunderthochwasser-Linie, die als statistisches Maß zu Rate gezogen wird. Mit den Arbeiten am Enniger Bach sollen im Sommer beginnen. „Jetzt ist es zu nass“, meinte Gierse.

Einfamilienhäuser

Ganz frisch ist die Vermarktung der sechs Grundstücke für die zweigeschossigen Einfamilienhäuser gestartet. Sie entstehen hinter den vorhandenen Häusern an der Dolberger Straße „Wir hatten sehr viele Kundenkontakte“, erzählt Franz Venker über die zirka 500 bis 800 Quadratmeter großen Flächen. 221 Interessenten wurden nun die Unterlagen zugeschickt. Die Grundstücke werden im Bieterverfahren verteilt, die Startpreise sollen bei 350 bis 395 Euro pro Quadratmeter liegen. Das Ganze läuft bis zum 29. April. „Wir wollen den Leuten Zeit geben, deshalb haben wir einen großzügigen Zeitrahmen gesetzt“, sagt Venker. Heckmann verkauft die Grundstücke dabei nur, es gibt also keine Architekten- oder Bauträger-Bindung, lediglich die Vorgaben für das Baugebiet sind zu beachten.

Warten auf die Baugenehmigung: Für die Eigentumswohnungen ist die Fläche schon ausgehoben.

Eigentumswohnungen

Vier Häuser inklusive Tiefgarage mit 31 Wohnungen von 60 bis 120 Quadratmetern entstehen gegenüber den Einfamilienhäusern. Heckmann würde ebenfalls gerne mit der Vermarktung starten, hatte die Unterlagen bereits fertig, ehe der Stopp der KfW-Förderung „dazu geführt hat, dass wir gebremst worden sind“, erläutert Venker. Alle Wohnungen werden in Niedrigenergiestandard gebaut, sind barrierefrei und verfügen über Terrasse oder Balkon. Die Fläche ist bereits ausgehoben, der Grundwasserspiegel wird während der Bauphase gesenkt, eine wasserdichte Wanne sorgt später für den Schutz. Über Preise wollte Venker keine Angaben machen.

Weitere Grundstücke

Die Firma Heckmann entwickelt zwar das ganze Baugebiet, wird aber nicht alles vermarkten. Einige Grundstücke im südlichen Teil sind weiter im Besitz von Franziskus Freiherr von Ketteler. fünf davon sollen in Erbpacht vergeben werden. In der mittlerweile entkernte Alte Schmiede entstehen ebenfalls mehrere Wohnungen, genauso wie auf der gegenüberliegenden Seite. „Wir schaffen eine Parallelsituation, wo das Gebäude gespiegelt wird“, so Heckmann-Geschäftsführer Reinhold Griese.

Alte Mühle

Für das Gebäude gebe es laut Griese Ideen, die derzeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde „in enger und guter Abstimmung“ seien. Die Getreidemühle im östlichen Teil des Gebäudes wurde von Heckmann im Bestand gesichert und wird restauriert werden. Das war Bestandteil des Bauprojekts. „Dass wir sanieren, steht außer Frage, aber wir haben noch keinen Plan. Da wird erstmal nichts passieren“, sagte Griese auf dem Ortstermin.

Anders sieht es im anderen Gebäudeteil aus: Dort soll eine große Wohnung entstehen, angesichts der Vorgaben des Denkmalschutzes sei das die einzig realisierbare Möglichkeit. Um die Vermarktung macht sich Heckmann keine Sorgen: „Wir sind überzeugt, da irgendwann jemanden zu finden. Wo kriegt man so eine Wohnlage direkt am Mühlenteich“, meinte Griese.

Er betonte, dass das ganze Gebiet und auch der Teich weiter öffentlich zugänglich bleiben. Hilwig ergänzte, dass die Wege im Zuge des Ausbaus der Lippeaue noch besser an das Geh- und Radwegenetz angebunden werden.

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