Rekordzahlen im Hammer Süden verzeichnet
Tierpark: Mehr Besucher als je zuvor, doch manche(r) vergreift sich im Ton
Trotz langer Lockdown-Zeit hat der Tierpark in Hamm im Jahr 2021 einen Besucherrekord verzeichnet. Zugleich führten die Corona-Regeln auch zu menschlichen Problemen: Der Ton wird rauer.
Hamm - Auch der Tierpark Hamm blieb von den Beschränkungen durch Corona im letzten Jahr nicht verschont. Im Lockdown musste die beliebte Einrichtung im Hammer Süden über drei Monate lang geschlossen bleiben – inklusive in den Osterferien, wo gewöhnlich die meisten Besucher kommen. Dennoch kann der Tierpark jetzt auf das besucherstärkste Jahr seit Bestehen zurückblicken: 211.695 Besucher wurden 2021 gezählt. Zum Vergleich: 2019 - also vor Corona - waren es „nur“ 191.080 Besucher.
„Obwohl unsere Erwartungen durch Corona gedämpft waren, wurden sie am Ende total übertroffen“, freut sich Sven Eiber, Geschäftsführer des Tierparks. Fast die Hälfte der Besucher komme nicht aus Hamm, sondern aus umliegenden Kreisen und Städten.
Die meisten Besucher hätten für seit Ende des Jahres geltende 2G-Regelung Verständnis gezeigt. Vereinzelt führe sie jedoch zu Stau und Diskussionen an den Kassen: „Manche zeigen noch immer EC-Karte, Jahreskarte oder Krankenkassenkarte vor“, so Eiber. Für die Mitarbeiter sei der teils doch sehr raue Ton belastend.
Diskussion um Corona-Impfung
Auch Zootiere können sich mit Covid-19 infizieren. So hat sich schon im Frühjahr 2020 in einem New Yorker Zoo offenbar ein Tiger bei einem Pfleger angesteckt. Könnte das auch eine Option für den Tierpark Hamm sein? Wir fragten Anfang Januar nach.
Ein Grund für die positive Entwicklung sei der für rund eine Million Euro umgestaltete Abenteuerspielplatz, der 2020 eröffnet wurde, so Eiber: „Dem neuen Spielplatz haben wir einiges an Besucherzuwachs zu verdanken.“ Auf dem zentralen Spielplatz setzt der Tierpark nicht nur auf neue Spielgeräte, sondern auch auf Klassiker, die viele Besucher noch aus ihrer eigenen Kindheit
kennen dürften: Einer der putzigen, sich drehenden Fliegenpilze ist noch funktionsfähig, das zweite Karussell befinde sich derzeit noch in Aufarbeitung. „Ich habe die Zusage, dass es pünktlich zum Saisonauftakt im März wieder da ist“, berichtet der Tierpark-Chef. Dann allerdings in Form eines Baumes.
Schlammwüste Tierpark-Parkplatz
Wer aktuell in den Tierpark möchte, sollte Gummistiefel einpacken. Und nach dem Besuch gleich einen Abstecher in die Waschstraße einplanen. Denn der zugehörige Parkplatz ist eine riesige Matschwüste.
Zu den tierischen Höhepunkten zählten der Einzug der Weißrüssel-Nasenbären Karl, Knut und Kevin im März 2021 sowie der beiden Dikdiks im Oktober. Nachdem im März 2021 ein Chile-Flamingo entwendet worden war, konnte Dank die Haltung der Tiere nur dank einer Spendenaktion aufrechterhalten werden. Von dem entwendeten Tier fehlt bis heute jede Spur. Trampeltier-Baby „Donald“ eroberte die Herzen der Besucher im Sturm. Aufgegeben hat der Tierpark die Haltung der Husarenaffen. Besonders beliebt seien die Nachtführungen, sogar im Winter. Für Februar und April 2022 wird es zusätzliche Termine geben.
Ende März ist die Eröffnung der neuen Lemurenanlage geplant. Das Haus sei fertig, das Paludarium mit Wasser befüllt. Bald werden die Lemuren ihr neues Zuhause beziehen. Lediglich an der Außenanlage müssten in den verbleibenden acht Wochen noch Arbeiten erledigt werden. Der Tierpark-Chef zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass dies bei günstigen Witterungsverhältnissen auch gelingen wird. „Das wird ein echtes Highlight“, ist sich Marion Kötters-Wenner, Aufsichtsratsvorsitzende des Tierparks sicher.
Die nächsten größeren Baustellen werden der Abriss des Affenhauses und des Museums im Frühjahr sein.



