Verkehrsprobleme und Kundgebung in Hamm
Hundertfacher Trecker-Protest am Maxipark - Bilanz der Polizei
[Update, 23.15 Uhr] Hunderte Landwirte sind am Montagnachmittag mit ihren Traktoren zum Hammer Maxipark gefahren. Die Parkplätze waren rappelvoll.
Hamm/Drensteinfurt/Ascheberg - Die Konvois von mehreren hundert Traktoren führten am Montag, 25. November, zu erheblichen Verkehrsstörungen im Hammer Stadtgebiet, wie die Polizei abschließend mitteilte.
Besonders betroffen war demnach der Bereich an der Maximilianstraße, wo in der Spitze die Fahrer und deren Begleiter mit 400 Traktoren an einer Versammlung teilnahmen.
"Auf dem Weg dorthin kam es ab der Münsterstraße und der Werler Straße mit Ziel Hammer Osten aufgrund der Kolonnenfahrten zu länger andauernden Verkehrsbehinderungen", so die Polizei.
Die Polizei sperrte dafür ab 14 Uhr Kreuzungen und Einmündungen, um eine reibungslose Durchfahrt der Landmaschinen zu gewährleisten. Das führte bei den betroffenen Verkehrsteilnehmern zu längeren Wartezeiten.
Bei den Sternfahrten aus dem Bereich Münster und Soest kamen insgesamt etwa 450 Traktoren nach Hamm. Zirka 100 Treckerfahrer reisten mit ihren Fahrzeugen jeweils einzeln an. Insgesamt schätzt die Polizei die Anzahl der Versammlungsteilnehmer auf 1100.
Es gab keine Verkehrsunfällen. Die Versammlung auf den Parkplätzen an der Maximilianstraße verlief aus polizeilicher Sicht friedlich. Der überwiegende Teil der Traktoren begab sich ab dem späten Nachmittag von dem Versammlungsgelände in Richtung Bielefeld.
Austausch am Maxipark
Organisiert haben sich die Landwirte über Facebook und WhatsApp, Hauptorganisator ist ein Landwirt aus Wadersloh. Er ging davon aus, dass sich etwa die Hälfte der heimischen Landwirt an der Aktion beteiligten.
Auf dem Parkplatz des Maxiparks selbst nutzten viele der Landwirte die Zeit, um sich auszutauschen, ins Gespräch zu kommen von Bauer zu Bauer. Auf die Frage nach dem Grund für den Protest sagten mehrere, es gebe nicht den einen Grund. Sie wollten vor allem mitreden.
Die Bauern würden für viele negative Entwicklungen verantwortlich gemacht, etwa das Insektensterben und die hohe Nitratbelastung im Boden. So einfach sei es aber nicht: Oft hätte diese viele Ursachen, nicht nur die Landwirtschaft. Unterdessen kamen viele Eltern mit ihren Kindern vom Einkaufen bei den Traktoren vorbei. Die Bauern erlaubten den Kindern, sich die Traktoren anzuschauen und darauf herumzuklettern - beschauliche Szenen also.
Die Intention der Landwirte:
Die Landwirte tragen mit der Aktion ihren Unmut gegen die Agrarpläne der Bundesregierung in die Öffentlichkeit. "Wir werden an jedem Ort etwa eine Stunde Pause machen, um mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen", so Agrar-Unternehmer Ansgar Tubes, NRW-Sprecher des Netzwerks "Land schafft Verbindung - Deutschland". Tubes: "Unsere Aktion in NRW ist für alle Betroffenen, die es nicht nach Berlin schaffen - und soll unsere Anliegen ins Land tragen."
Proteste schon am 22. Oktober:
Buhmann Bauer: Trecker rollen lautstark durch die Region
80 Schlepper aus Werne, Herbern und Ascheberg bei Bauerndemo
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