Umsetzung bis 2027
Projekt in der Lippeaue kostet bis zu 20 Millionen Euro
Hamm - Bis zu 20 Millionen Euro soll das Projekt "Erlebensraum Hamm" kosten, die Umsetzung könnte bis zu zehn Jahre dauern. Das geht aus einer Vorlage für die Ratsvertreter hervor.
Das von der großen Koalition angestoßene Projekt „Erlebensraum Hamm“ in der Lippeaue und entlang des Datteln-Hamm-Kanals zwischen Fährstraße und Radbodstraße wird Millionen kosten und nicht von heute auf morgen umzusetzen sein. In einer Vorlage für die Ratsvertreter geht die Stadt von einem ersten, sehr grob geschätzten Projektvolumen von 15 bis 20 Millionen Euro und einer Projektlaufzeit von fünf bis zehn Jahren aus.
Der Rat soll in seiner nächsten Sitzung am 10. Mai grünes Licht für weitere Planungsschritte sowie einen Realisierungswettbewerb geben. Mit eingepreist in die Kosten- und Zeitrechnung hat man im Rathaus die „Komplexität des Raumes mit sensiblen Übergangsbereichen (Innenstadtbereiche, Landeplatz, Datteln-Hamm-Kanal)“, die „bestehenden harten Restriktionen (Eisenbahnlinie, Münster- und Fährstraße) sowie die vorgesehenen Deichverlegungen“.
Stadt denkt an begehbares Ufer
Die Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen soll, so heißt es in der Vorlage weiter, in der Lippeaue im Wesentlichen im Zeitraum 2019 bis 2027 erfolgen. Wie berichtet, soll neben der ökologischen Optimierung der Aue das touristische Angebot durch entsprechende Gastronomie und Veranstaltungen, Sportmöglichkeiten, die Anbindung an Fuß-, Rad- und Reitwegenetze ergänzt werden.
Neben Blockbohlenwegen und Aussichtsplattformen denkt die Stadt an ein begehbares Fluss- beziehungsweise Seeufer oder eine strandartig ausgebildete, flache Böschung am Ufer der Lippe. Hier soll Raum für Erholung, dem Verweilen, als Treffpunkt, Liegefläche und sonstigen Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Grillen gegeben sein.
Antrag bei der EU im Rahmen von "Life 2014-2020"
Temporär nutzbare Flächen ermöglichen Veranstaltungen während der Sommermonate oder bei entsprechend winterlicher Witterung das Anlegen von Flächen zum Eislaufen. Zur Umsetzung der Projektidee ist der Flächennutzungsplan der Stadt Hamm im Rahmen entsprechender Verfahren zu ändern beziehungsweise anzupassen.
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Zur Umsetzung naturschutzfachlicher Ziele will die Stadt einen Antrag bei der EU-Kommission auf Förderung im Rahmen des Programms Life 2014-2020 stellen. Jedoch soll hierbei darauf geachtet werden, dass naturschutzrechtliche Schutzansprüche die Entwicklungsfähigkeit der weiteren Umgebung wie Innenstadt, Hafen und Hamtec nicht hemmen.
Weitere Förderung durch Gelder des Landes?
Das Life-Programm sichert eine Förderung von 55 Prozent der beantragten Mittel zu und basiert auf einer Kofinanzierung durch das Land NRW. In der Regel sei von einem Eigenanteil der Projektpartner von zehn Prozent auszugehen. Das Projekt „Erlebensraum“ soll im Schwerpunkt möglichst gemeinsam mit dem Lippeverband umgesetzt werden.
Darüber hinaus will die Stadt Fördermöglichkeiten des Landes NRW zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie oder des Naturschutzes sowie zur Realisierung städtebaulicher Planungen anzapfen. Diese lassen in der Regel Förderquoten von 80 Prozent erwarten. Die Aufgabe des geplanten Wettbewerbs besteht darin, das gesamte Kanalufer zwischen Münsterstraße und Schleuse Hamm zu entwickeln sowie Bezüge zum Landschaftsraum nördlich der Lippe einzuschätzen.
Preisgericht beeinflusst weitere Bauplanung
Mit Abgabe der Wettbewerbsbeiträge sowie der Sitzung des Preisgerichtes kann laut Stadt Ende 2016/Anfang 2017 gerechnet werden. Im Anschluss entscheidet der Rat über die Empfehlung des Preisgerichts. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden dann in das weitere Bauleitplanverfahren einfließen.
Den größten Anteil der Wettbewerbskosten in Höhe von 70 000 Euro nehmen die Preisgelder mit circa 30 000 Euro ein. 80 Prozent sollen hierbei aus der Städtebauförderung fließen.
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