Pelz Walter schließt das Geschäft

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HAMM-MITTE ▪ Nach 166 Jahren soll Schluss sein mit „Pelz Walter“. Das haben Brigitte und Jürgen Schwaß beschlossen. Die Inhaber wollen ihr Geschäft Anfang kommenden Jahres für immer zu machen und den Ruhestand genießen.

Der 72-jährige Kürschnermeister und seine 73-jährige Frau führen das Geschäft an der Oststraße 8 seit 1966. Sie hätten nach wie vor viel Freude an dem Laden, sagt Brigitte Schwaß. Aber die beiden Töchter hätten sich beruflich anders orientiert, und irgendwann müsse eben auch mal Schluss mit dem Berufsleben sein.

Jürgen Schwaß hat im Laden die zahlreichen Goldmedaillen aufgereiht, die er für seine Pelzkreationen bekommen hat. Persianer waren die Spezialität des Hauses, sagt Schwaß, leichte und schön gezeichnete Felle des Karakulschafs aus Südwestafrika. Seine Frau habe gute Beziehungen zum Londoner Rohfellmarkt gehabt und die Felle recht günstig bekommen. Brigitte Schwaß, eine geborene Walter, hatte einen Teil ihrer Ausbildung zur Kürschnergesellin in der britischen Hauptstadt absolviert.

Nach ihrer Hochzeit und Geschäftsübernahme 1966 erlebten die Schwaß‘ den Pelzboom der 70er- und 80er-Jahre, aber auch den Niedergang des Pelzhandels in den 90er Jahren. Damals wurde das Ladenlokal um die Hälfte verkleinert. Ab dem nächsten Jahr soll es vermietet werden.

Inzwischen, so Jürgen Schwaß, laufe das Pelzgeschäft wieder ganz gut. Internationale Designer hätten den Pelz wiederentdeckt. Der eigene Laden mache allerdings den größten Umsatz mit Reinigungen und Reparaturen.

Das Geschäft wurde 1845 vom Schneidermeister Franz Walter an der Oststraße 11½ eröffnet. Er handelte zuerst mit Kappen, später auch mit Hüten und Pelzen. 1902 kaufte sein Sohn und Nachfolger das Haus Oststraße 8. Ein Pelzatelier wurde 1928 eingerichtet.

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