Neues Leben im alten Bahnhof Pelkum: Pächter gesucht
Pelkum - Nachdem 2018 das Pflegebüro Alkan in das Hauptgebäude des alten Bahnhofs Pelkum gezogen ist, möchte Eigentümer Ibrahim Öztürk jetzt den seit Ende 2014 ruhenden Gastronomiebetrieb nebenan verpachten.
Öztürk hatte die marode Immobilie im Jahr 2017 gekauft. Mit Unterstützung seiner Freunde und Bekannten hat er in den vergangenen Monaten ganze Arbeit geleistet: Beim Kauf war der Bahnhof Pelkum unter einer grünen Efeuwand verschwunden. Nun erstrahlt er in neuem Glanz. Viele Pelkumer, und das war in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder zu hören, sind dankbar, dass „ihr“ Bahnhof gerettet wurde. Die Wiederinbetriebnahme der Gaststätte wäre für viele das Tüpfelchen auf dem „i“.
Daran arbeitet Öztürk fieberhaft. Der Eigentümer, der in Bockum-Hövel aufgewachsen ist, hat hinsichtlich der künftigen Nutzung sehr konkrete Vorstellungen. „Auf jeden Fall“ sollen das Flair, der Charme des Gebäudes beibehalten werden. Ob die alten Lampen, das Mobiliar oder die Relikte aus (vergangener) Eisenbahnerzeit wie Signale und Schlussleuchten: Sie alle sollen nach Möglichkeit eine Wiederverwendung finden. Natürlich müssten die Gaststätte und die Küche renoviert werden, sagt Öztürk. Eine größere Veränderung hat der Eigentümer selbst vorgenommen: Dank neuer Dachfenster ist es in der Gaststätte jetzt heller. Denkbar sei auch, wie Öztürk sagt, ein Wintergarten.
Ziel ist familienfreundlicher Betrieb
Dem Eigentümer schwebt eine Nutzung vor, von der „alle etwas haben“. Es solle ein familienfreundlicher Betrieb werden, zum Beispiel eine Brasserie, eine Pizzeria oder ein „altdeutsches“ Restaurant. So etwas fehle in der Umgebung. Einen Dönerladen oder ein chinesisches Restaurant werde es im Bahnhof Pelkum nicht geben. Sie passten einfach nicht dorthin. Als Eigentümer werde er nur einem Konzept zustimmen, das ihn überzeuge und das auch Erfolg habe. „Denn schließlich soll der Gastronomiebetrieb lange bleiben.“ Daher sollte der neue Pächter Erfahrung in der Gastronomie mitbringen.
Immer wieder konnte Öztürk in den vergangenen Monaten beobachten, wie Radfahrer und Fußgänger vor dem Bahnhof stehen geblieben sind. Wichtig wäre es ihm daher, wenn diesen Gruppen tagsüber zum Beispiel Kaffee und Kuchen angeboten würden. Denkbar wären zudem kleinere musikalische Veranstaltungen. Ein „Pfund“ ist für Öztürk schließlich der Biergarten. Aus ihm ließe sich einiges machen.
Eröffnung im Jahr 1905
Der Bahnhof Pelkum wurde am 1. Mai 1905 eröffnet. Bereits ein Jahr später musste er erweitert werden, da die Zeche de Wendel ihre Förderung aufnahm. Zu seinen Glanzzeiten waren rund 50 Menschen dort beschäftigt. Hauptkunde war die Zeche. Für den Personenverkehr auf der Strecke Hamm-Recklinghausen spielte er zuletzt allerdings keine große Rolle mehr. Mit Einstellung des Personenverkehrs auf der gesamten Strecke wurde der Bahnhof am 21. Mai 1966 geschlossen. Nur Bahnhofsvorsteher Ernst Erdelkamp und sein Stellvertreter Ernst Bohnensack blieben, um den Güterverkehr der Zeche abzuwickeln.
Ab 1978 stand der Bahnhof dann ganz leer, die Bahn verkaufte ihn 1979. Später waren im Hauptgebäude ein Leuchtenhaus und ein Solarium untergebracht. Die Gastronomie steht seit Ende 2014 leer. Danach verfiel das Gebäude, das nicht unter Denkmalschutz steht, zusehends. Seit Mitte 2018 gibt es in dem komplett sanierten Hauptgebäude ein Pflegebüro, auch die Gastronomie soll wiederbelebt werden.