Convention im Helios-Theater

Ohne Denkverbote: SPD will mit den Bürgern über das "Hamm von morgen" diskutieren

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Stellten die Pläne vor: Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Justus Moor (links), und der Hammer Parteichef Marc Herter.

Hamm – Wie wollen wir leben? Wie organisieren wir unser Zusammenleben? Wie soll unsere Stadt aussehen? Das sind Fragen, die die Hammer SPD mit den Bürgern diskutieren und im Anschluss beantworten möchte.

Die Convention (deutsch: Versammlung) „Hamm von morgen“, die am kommenden Samstag, 16. Februar (11 Uhr), im Helios-Theater stattfindet, dient den Genossen dabei lediglich als Auftaktveranstaltung. Sie wollen eine intensive Zukunftsdebatte anstoßen – und aus den Ergebnissen ein Programm für die Kommunalwahl 2020 schnüren.

„Sonst werden solche Programme eher in einer Nacht- und Nebelaktion von Eingeweihten zusammengeschoben. Das Ergebnis entspricht dann häufig dem Horizont der Beteiligten, was nicht schlecht sein muss. Das hat mit dem Leben der Menschen aber wenig zu tun“, sagt Hamms SPD-Vorsitzender Marc Herter. Aus diesem Grund seien alle Bürger – ganz gleich welchen Alters, welcher Herkunft und welcher Parteizugehörigkeit – eingeladen, sich zu beteiligen. „In Zeiten, in denen die Leute wieder denken, dass Politik nur für ,Die da oben‘ gemacht wird, ist der Gründungsimpuls der Sozialdemokratie wichtig: Nehmt es selbst in die Hand und bringt euch ein. Dafür bieten wie die Plattformen“, so Herter.

Konkrete Ergebnisse trotz großer Fragen

Bei der Auftaktveranstaltung sollen die Teilnehmer erste Ideen einbringen und miteinander ins Gespräch kommen. Schwerpunkte sind Digitalisierung, Mobilität, Klimawandel, Öffentliches Leben und Bildung. Was nach Allgemeinplätzen klingt, soll während der Convention konkret werden. „Das muss es auch. Sei es bei Radwegen, die völlig kaputt sind und geflickt werden müssen oder bei schlechten Busverbindungen“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Justus Moor.

Denkverbote dürfe es nicht geben. Entsprechend vage sei der Rahmen. „Das Blatt ist weiß“, betont Herter. Die Ergebnisse der Convention wollen die Genossen im Internet (www.hammvonmorgen.de) und auch in nicht digitaler Form veröffentlichen, um eine breitere Resonanz zu erhalten. In den kommenden Monaten sollen dann weitere Veranstaltungen folgen.

Einbindung aller Gruppen ein Problem

Dass bei den groß angelegten Debatten ein zu diverser und dadurch schwer in Einklang zu bringender Themenbrei herauskommt, glaubt Herter nicht. „Es gibt aber vielleicht das Risiko, dass wir zu wenig Tiefe in der Diskussion haben.“ Oberflächliche Gespräche wollen die Genossen durch die Einbindung aller Alters- und Bevölkerungsgruppen verhindern. Wie das langfristig gelingt, sei allerdings noch nicht klar. „Da sind wir noch am Kauen, wie wir Jung und Alt in einen Raum bekommen und miteinander konfrontieren. Die Politik muss sich diese Frage aber wieder stellen“, so Herter.

Abgrenzung von der CDU: "Werden nicht als Koalition gewählt"

Warum die SPD gerade jetzt über die Zukunft debattieren will? „Wir haben schon viel erreicht, trotzdem stehen wir vor großen Herausforderungen. Denen müssen wir uns jetzt stellen – und auch Entscheidungen treffen“, erklärt Moor. Und Herter ergänzt: „Entweder machen wir das Fenster auf für die Zukunft, oder wir werden ein Strukturproblem haben, das wir gerade glauben zu überwinden.“

Bewusst geht die SPD in dieser Hinsicht ihren eigenen Weg. Auch mit Hinblick auf den anstehen Wahlkampf. Mit ihrem Ansatz grenzen sich die Genossen sichtbar von der CDU ab. „Trotz guter Zusammenarbeit gibt es Unterschiede, die wir im Hinblick auf die Kommunalwahl deutlich machen wollen“, sagt Herter. „Für den Koalitionspartner haben wir die klare Ansage, dass wir zwei unterschiedliche Parteien sind und nicht als Koalition gewählt werden.“

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