St.-Josef-Krankenhaus

„St. Jupp“: Es wird noch zwei Jahre dauern, bis dort etwas passiert

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Keine Patienten, kein Zutritt mehr: Das St.-Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel ist eingezäunt. Das soll das Gebäude vor Vandalismus schützen.

Oberbürgermeister und Bezirksbürgermeister begrüßen den Verkauf des Krankenhaus-Geländes in Hövel. Bis dort etwas passiert, kann es aber noch zwei Jahre dauern.

Bockum-Hövel – An der Stadtspitze zeigt man sich erfreut über den anstehenden Verkauf des St.-Josef-Geländes an die Baufirma Heckmann; von der Opposition kommt dagegen harsche Kritik. Bis Heckmann das Gelände gestalten kann, wird es allerdings noch dauern: Das Eigentum geht erst mit einem neuen Bebauungsplan von der St.-Barbara-Klinik an den Investor über. Bis der gilt, könnten noch zwei Jahre ins Land gehen.

„Wir freuen uns, dass mit der Firma Heckmann ein Bockum-Höveler Unternehmen bereit ist, an der Hohenhöveler Straße zu investieren“, teilten Oberbürgermeister Marc Herter und Bezirksbürgermeister Klaus Jendreiek in einer gemeinsamen Erklärung mit. Man kenne das Unternehmen, so die beiden Sozialdemokraten, und wisse um seine Verlässlichkeit und seine Ansprüche für die Belange der Bürgerschaft.

Rahmenplan für die Neugestaltung

Herter und Jendreiek betonen, dass es für die Neugestaltung des Areals seit 2022 einen Rahmenplan gibt, der Standorte für Gesundheitsdienstleistungen und Wohnen vorsieht; auch eine Kindertagesstätte und Gastronomie seien möglich. Aktuell werde auf dieser ein Bebauungsplan erstellt, um diese Ziele rechtsverbindlich zu machen. Die ersten Äußerungen des Investors zeigten „hohe Bereitschaft“, auf „die Vorgaben der Rahmenplanung einzugehen.“

Die Linkspartei sieht das ganz anders: „Kaum jemanden wird es verwundern, dass ein alter Bekannter den Zuschlag für das begehrte Grundstück des St.-Josef- Krankenhauses in Bockum-Hövel erhält“, sagte der parteilose Roland Koslowski, der die Linkspartei im Rat vertritt. „Die Firma Heckmann darf sich nun freuen, dass die Ampelkoalition mithilfe der CDU den politischen Rahmen für den Ausverkauf des Gesundheitsstandortes geschaffen hat.“ Die Sozialdemokraten hätten damit ein Wahlversprechen gebrochen.

Eigentum wird erst übertragen, wenn der B-Plan fertig ist

Für Heckmann dürfte es indes noch etwas dauern, bis die Firma das Gelände übernehmen kann. Die Eigentumsübertragung ist nämlich an den Abschluss des Bebauungsplanverfahrens gekoppelt. „Im Kaufvertrag gibt es die aufschiebende Bedingung, dass entsprechendes Baurecht geschaffen werden muss“, sagte Lisa Moor, Sprecherin der St.-Barbara-Klinik. „Es steht also unter dem Vorbehalt, dass die avisierte Änderung des Bebauungsplans so umgesetzt wird, wie es im Rahmenplan vorgesehen ist. Mit der Anpassung des Bebauungsplans geht das Eigentum dann über.“

Hier steht das Verfahren aber noch am Anfang. Aktuell gilt für das Gelände noch ein Bebauungsplan von 2008, der eine reine Krankenhausnutzung festschreibt. Der Rat beschloss am 28. März die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes, der auch andere Nutzung zulässt. Man gehe bei solchen Verfahren von einer Dauer von gut zwei Jahren aus, sagte Stadtsprecher Lukas Huster.

Krankenhaus schloss Ende 2022

Das St.-Josef-Krankenhaus bestand von 1913 bis 2022, das Gebäude wurde 1978 eröffnet. Seit 2009 gehörte das Krankenhaus zur Münsteraner St.-Franziskus-Stiftung, die auch die Heessener St.-Barbara-Klinik betreibt. 2017 war das Aus für den Standort in Hövel verkündet wurden. Im Dezember 2022 wurde der Betrieb in „St. Jupp“ eingestellt; die letzten Abteilungen zogen nach Heessen.

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