Stadt denkt offenbar über neues Konzept nach
Nach zwei Absagen: Ist der Hammer Summer endgültig tot?
Ist der Hammer Summer tot? Gerüchteweise will die Stadt das beliebte Open-Air-Festival in Hamm nach rund 20 Jahren vollständig beerdigen.
Hamm – Zum zweiten Mal in Folge wurde der Hammer Summer wegen der Corona-Situation abgesagt, jetzt eben auch für 2021. Angesichts der aktuellen Situation und der Ungewissheit, wie Großveranstaltungen in Zukunft stattfinden können, ist das verständlich. Im Umfeld kursiert nun die Version, die Stadtführung wolle sich komplett von dem Format verabschieden. Oberbürgermeister Marc Herter sagte gegenüber unserer Zeitung: „Ich bestätige nicht, dass der Hammer Summer gestrichen ist. Wir beschäftigen uns mit einer konzeptionellen Weiterentwicklung.“
Die Frage nach einem Ja oder Nein stellt sich laut Herter damit zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Vielmehr die Frage nach dem Wie. „Wir wollen das kulturpopuläre Angebot in der Innenstadt mit allen Beteiligten in der Innenstadtkonferenz erörtern“, so der OB. Dazu gehöre dann unter anderem das bisherige Format des Hammer Summers. 18 Mal hat die Großveranstaltung bis 2019 stattgefunden, einmal (2016) fiel sie einem Sturmtief und einer Bombenddrohung zum Opfer.
OB Herter: Hammer-Summer-Format „in die Jahre gekommen“
Dass die Veranstaltung wohl nicht so weiter geht wie bisher, lässt sich aber schon durchhören. „Das Format ist in die Jahre gekommen“, so Herter. „Nach dieser langen Zeit darf man auch einmal über ein neues Konzept nachdenken. Wir müssen uns das genauer ansehen.“ Das Format werde dann auslaufen, wenn es an seiner Stelle ein anderes gebe. Wie dieses dann heißen werde, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht Gegenstand irgendwelcher Überlegungen.
Der OB warb um Verständnis, dass aktuell die größte Kraft in die Bekämpfung der Corona-Pandemie fließe.
Hammer Summer 2013 - Bakkushan, The Pusher und Revolverheld




Hammer Summer hinter verschlossenen Türen schon abgehakt?
Nach WA-Informationen soll die Großveranstaltung, die zu Spitzenzeiten nach Angaben der Organisatoren bis zu 20.000 Besucher in die Innenstadt lockte, hinter verschlossenen Türen bereits abgehakt worden sein. Das Open-Air-Event, das von Stadt und Stadtwerken getragen und maßgeblich von letzteren finanziell gesponsert wurde, soll in den Führungsetagen und auf politischer Ebene in dieser Form keine Lobby mehr gehabt haben. Die Rede sei stattdessen von mehreren kleinen Veranstaltungen.
Ausgestattet war der Hammer Summer immer mit einem Budget von knapp 100.000 Euro. Für die Besucher war er ein kostenfreies Kulturerlebnis und gleichzeitig ein zentraler Treffpunkt.
Stars wie Sunrise Avenue, Revolverheld und BossHoss in Hamm
Kritische Stimmen, das Festivalkonzept habe sich „zu Tode bewährt“, hatte es in der Vergangenheit durchaus gegeben, die Stadt hatte unter alter Führung aber stets an der Veranstaltung als besonderes und Profil verleihendes Format für Hamm festgehalten. Die Stadt war dafür überregional bekannt.
Zu den bekanntesten Künstlern, die beim Hammer Summer aufgetreten sind und die stets ein Mix aus etablierten Größen und Newcomern waren, gehören Sunrise Avenue, Fury in the Slaughterhouse, The BossHoss, Revolverheld, 2raumwohnung, Fischer Z, Midge Ure, die Hooters, Kim Wilde und Lena Meyer-Landrut.
