Mögliche Vogelspinne noch nicht gefunden

Die Haltung von giftigen Tieren wie Vogelspinnen soll in NRW verboten oder stärker kontrolliert werden.
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Symbolbild

[UPDATE, 11 Uhr] HAMM - Die mutmaßliche Vogelspinne, die am Sonntagmorgen in einem Haus an der Roonstraße für Aufregung sorgte, ist nicht wieder aufgetaucht. Weder Polizei noch Tierasyl lagen am Montag entsprechende Meldungen vor.

Ein 38-jähriger Anlieger von der Roonstraße war am Sonntagmorgen in das zweifelhafte Vergnügen gekommen, einer etwa zehn Zentimeter großen Vogelspinne in quasi freier Wildbahn zu begegnen. Die Wildbahn bestand in diesem Fall allerdings aus der erst vor zwei Monaten von ihm bezogenen Eineinhalbzimmerwohnung.

Dort soll der haarige Achtbeiner mitten im Wohnraum auf dem Fußboden gekauert haben, als der rechtsmäßige Bewohner gerade aus seinem Badezimmer kam – morgens um 5.30 Uhr, kurz nachdem er Besucher menschlicher Art an der Haustür verabschiedet und selbst hatte zu Bett gehen wollen.

Schuss aus der Dose brachte keinen Erfolg

Der Anblick auf dem Fußboden versetzte den 38-jährigen wohl so ziemlich ad hoc wieder in hellwachen Zustand. Mit dem Inhalt einer Spraydose versuchte er das exotische Krabbeltier heimzusuchen. Der Schuss aus der Dose ging allerdings komplett in die Hose: Der heimliche Untermieter flüchtete unversehrt in Richtung Couch und verschwand in deren Windungen.

In seiner Not wählte der 38-Jährige den Polizeinotruf 110 und erhielt kompetente Hilfe. Jörg Krüger, seit sechs Jahren im Tierasyl als Tierfänger im Einsatz, wurde mobilisiert machte sich auf den Weg in den Hammer Süden.

Couch fachgerecht untersucht

Nach eingehender Lageschilderung folgte die fachgerechte Sektion des Möbelstücks. Allerdings fand sich hinter Polstern und Federn kein Gliederfüßer – und erst recht keine Vogelspinne. Dafür allerdings erinnerte sich der Mieter an einen schmerzhaftes Erlebnis, das er zwei Tage zuvor, am Freitag, gehabt hatte. Er sei von etwas am Oberschenkel gebissen worden erklärte der 38-Jährige dem Tierpark-Experten.

Experte stellt Spinnenbiss fest

Krüger inspizierte die nicht mehr ganz frischen Wunden und bestätigte die Sorge des Mieters. „Das ist kein Mückenstich. Das sieht sehr nach einem Spinnenbiss aus.“ Nach einstündiger, aber erfolgloser Suche brach Krüger seine Mission ab. „Wer weiß, wo das Biest nun steckt“, meinte er und hinterließ eine Spezialfalle, eine so genannte Faunabox, für den Fall, dass der vielbeinige Vampir wieder auftauchen würde.

Erneuter Anruf bei der Polizei

Gegen 10.30 Uhr griff der Mieter noch einmal zum Telefon und wählte erneut die 110. Dieses Mal kam jemand vom Tierheim vorbei, und auch ein Krankenwagen ging vorsorglich vor dem Wohnhaus in Position. Die Suche nach dem Spinnentier blieb erfolglos. Dafür gab die Polizei schließlich Entwarnung: „Für die Bewohner und die Allgemeinheit besteht keine Gefahr“, teilte sie gegen 11.30 Uhr mit. Dem Mieter wurde empfohlen, im Lauf der kommenden Woche einen Kammerjäger zu bestellen. - fl

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