Antrag des Luther-Viertels
"Schandfleck": Hochbunker soll umgestaltet werden
HAMM - Ein städtebaulicher Höhepunkt ist der Hochbunker an der Neuen Bahnhofstraße nicht, ein Abriss ist aus finanziellen Gründen nicht möglich. Jetzt stellt der Verein zur Förderung des Martin-Luther-Viertels beim Rat der Stadt den Antrag, ihn künstlerisch zu gestalten und/oder als Standort für regenerative Energien zu nutzen.
Dieser Antrag, der ein Ergebnis der außerordentlichen öffentlichen Mitgliederversammlung des Vereins ist, steht im Zusammenhang mit dem künftigen Museumsquartier, für das in Kürze die Gründungsarbeiten beginnen sollen. Zeitgleich ist vorgesehen, die Neue Bahnhofstraße zurückzubauen und neu zu gestalten.
Im Zusammenklang mit der Renovierung des Gustav-Lübcke-Museums, der Modernisierung des Stadtwerke-Gebäudes sowie der Neugestaltung von Südring und Südenwall möchte der Verein mit dem Hochbunker einen „Schandfleck“ wenn nicht beseitigen, so doch wenigstens optisch attraktiver gestalten.
„Wir Bürger erleben einen bisher nie gekannten positiven Um- und Aufbruch“, hofft Werner Reumke, der den Antrag als Vereinsvorsitzender unterzeichnet hat, dass der Rat für den „künstlerischen Brückenschlag“ zwischen Museumsquartier und Martin-Luther-Viertel als Kunstquartier „positiv aufgeschlossen“ ist.
Der Hochbunker sei eines der negativsten Eingangstore zur Innenstadt überhaupt. „Was mögen unvoreingenommene Menschen denken, wenn sie sich der Stadtmitte nähern und diesem Monstrum einer fürchterlichen Geschichte begegnen?“, fragt der Verein. Dabei denkt er nicht nur an die Verkehrsteilnehmer, die über die Neue Bahnhofstraße in die Mitte kommen, sondern auch an die Gäste des direkt gegenüberliegenden Hotels Mercure, an die künftigen Bewohner des Museumsquartiers und an Besucher des Gustav-Lübcke-Museums.
„So ein Schandfleck ist nicht zeitgemäß und passt schon gar nicht zu den zu erwartenden positiven Veränderungen“, heißt es in dem Antrag. Es sei an der Zeit, hier sofort aktiv zu werden – entweder durch die Nutzung des Gebäudes als Solarkraftwerk oder durch durch eine anspruchsvolle künstlerische Gestaltung. Hier schlägt der Verein Wandmalerei vor, eine Illuminierung oder „weitere künstlerische Effekte“.
„Mutige und überfällige Zeichen“ könnten Rat und Verwaltung hier setzen. Und schließlich sei dann der Schritt nicht mehr weit, diese Räumlichkeiten auch als Proberäume für Bands oder für temporäre Kunstaktionen, Galerien oder ähnliches frei zu geben. Schließlich bietet der Verein auch noch an, bei der Umsetzung des Projektes aktiv zu helfen – zum Beispiel bei der Vermittlung von Kulturschaffenden zur Gestaltung. - WA