Marihuana und Amphetamin die Hauptdrogen in Hamm

Kriminalhauptkommissar Dietmar Zerwer zeigt einige der Drogen, die von der Polizei bei ihren Einsätzen sichergestellt wurden. 
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Kriminalhauptkommissar Dietmar Zerwer zeigt einige der Drogen, die von der Polizei bei ihren Einsätzen sichergestellt wurden.

HAMM - Der Szenetreff in der Nordring-Parkanlage ist seit nunmehr 13 Jahren das sichtbarste Zeichen dafür, dass Hamm keine Insel der Glückseligen ist. Gedealt und konsumiert werden Drogen aber nicht nur dort, sondern überall in der Stadt. Wie verbreitet die Problematik ist, kann nicht ansatzweise geschätzt werden.

Auch nicht von der Hammer Polizei, die allerdings einige Klischees zur Szene im Gespräch mit dem WA aus dem Weg räumt. „Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sind Kontrolldelikte“, schickt Kriminalhauptkommissar Dietmar Zerwer, der Leiter des KK3, das unter anderem für die Drogenkriminalität in Hamm zuständig ist, seiner Bestandsanalyse vorweg.

Was bedeutet, dass wenn er und sein 17-köpfiges Team mehr Zeit für Ermittlungen in der BTM-Szene aufwenden könnten, die Verfahrenszahlen auch mit großer Wahrscheinlichkeit ansteigen würden.

So ist die Szene in Hamm aber unauffällig – und die Zahl der Ermittlungsverfahren rückläufig. 1999, also vor der Einrichtung des Szenetreffs, wurden 888 solcher Fälle von der Hammer Polizei bearbeitet, im Jahr 2000 waren es 784 und 2010 lag die Zahl bei 719.

Kein Ansturm von Auswärtigen

„Wir haben in Hamm kein Niedrigpreisniveau“, widerspricht Zerwer der weitverbreiteten Meinung, dass Konsumenten von außerhalb gerne an die Lippe reisten, um sich hier mit Stoff einzudecken. „Die Preise hier liegen im Schnitt. Es gibt diesen Ansturm nicht“, sagt Zerwer. Der Anteil ermittelter Tatverdächtiger mit auswärtigem Wohnsitz liege unter dem Landesniveau.

100 Euro für den Tagesbedarf

Ein Schwerstabhängiger benötige etwa 100 Euro, um seinen Tagesbedarf zu decken. Unter den so genannten weichen Drogen hat Marihuana seit den 1990er Jahren Haschisch abgelöst. Heroin, einst die harte Droge Nummer eins in Hamm, ist seit drei bis vier Jahren von Amphetamin verdrängt worden. Crystal Meth, die neue Horror-Droge, ist der Hammer Polizei bislang nicht untergekommen.

Cannabis bei Jugendlichen beliebt

Der Anteil der Ermittlungsverfahren gegen Jugendliche ist laut Zerwer in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Cannabis-Produkte seien mit Abstand am meisten verbreitet. Immerhin: „Es gibt keine Kinder unter 14 Jahren in der harten Fraktion“, so Zerwer. Auch Cannabis-Verstöße seien in dieser Altersklasse äußerst selten.

Alt-Junkies gibt es ebenfalls nur wenige. In den vergangenen beiden Jahren wurde jeweils ein BTM-Verfahren gegen Menschen jenseits der 60 geführt. - fl

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