Mandrill-Gehege wird ohne Tiere eröffnet
Hamm - Am 17. Dezember wird die neue Mandrill-Anlage im Tierpark offiziell eingeweiht – allerdings noch ohne Tiere. Diese sollen später, zum Saisonbeginn 2017 im Frühjahr in ihr großzügiges Areal umziehen. Grund dafür ist die geplante Teilnahme des Tierparks am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Mandrills.
Für Zuchtzwecke erhält der Park zusätzliche Tiere. Der Zeitpunkt ihrer Ankunft ist noch unklar. Erst wenn die Gruppe komplett sei, habe ein Einzug Sinn, sagt Geschäftsführer Kay Hartwich.
„Wir haben das neue Gehege. Mit der Teilnahme am Zuchtprogramm gehen wir nun noch einen Schritt weiter als ursprünglich geplant“, so Hartwich. Für den Tierpark sei die Teilnahme an dem Arterhaltungsprogramm eine große Chance. Es sei das erste Artenschutzprojekt dieser Art im Park, sagte Hartwich im Gespräch mit unserer Zeitung. Aus Gründen der Gruppenstruktur und -hierarchie sei ein Um- und Einzug nur sinnvoll, wenn alle Tiere gemeinsam im neuen Gehege angesiedelt würden. „Die Neulinge wären sonst sofort Außenseiter“, fürchtet Hartwich.
Acht Tiere befinden sich aktuell im Hammer Bestand, voraussichtlich zwei sollen aus dem Ausland hinzukommen.
Der Zuchtbuchführer für Mandrills in europäischen Zoos mit Sitz in Budapest prüfe derzeit die DNA-Hintergründe der Tiere in Hamm und schlage dann geeignete Ergänzungstiere für Zuchtzwecke vor. In Hamm verbrächten die Neuankömmlinge zunächst die übliche Zeit in Quarantäne, ehe sie mit den Altbewohnern zusammengeführt würden.
Der Hammer Tierpark könnte in absehbarer Zeit der einzige Zoo in Nordrhein-Westfalen sein, der Mandrills zeigt. Der Allwetterzoo in Münster hat sich bereits von seinen Tieren getrennt. Der Duisburger Zoo beabsichtige das Gleiche, sagte Hartwich.
Auf der Baustelle seien nun noch die letzten Handgriffe zu tun. Auch die Arbeiten am Außengelände seien fast abgeschlossen. Der Hügel ist modelliert, die Bäume stehen. An Heiligabend und den Tagen darauf soll die neue Anlage für Besucher für einen Rundgang geöffnet sein, kündigt Hartwich an.
Die Tatsache, dass die Mandrills nun doch nicht – wie zuletzt in Aussicht gestellt – noch in diesem Jahr einziehen, tritt für Hartwich hinter die Teilnahme am Zuchtprogramm zurück. „Es geht nicht in erster Linie um Termine, sondern um die Tiere“, sagt Hartwich.
„Der Einzug ist abhängig davon, wann die neuen Tiere ankommen. Mit der Teilnahme am EEP machen wir unser Mandrill-Projekt noch besser.“
