Lippefähre ist auch ohne Betreiber möglich

Die Lippefähre „Baldur“ wurde im Mai 2005 in Betrieb genommen. Sie könnte Vorbild für eine Lippefähre an Schloss Oberwerries sein. ▪
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Die Lippefähre „Baldur“ wurde im Mai 2005 in Betrieb genommen. Sie könnte Vorbild für eine Lippefähre an Schloss Oberwerries sein. ▪

HEESSEN ▪ Eine Lippefähre zwischen Schloss Oberwerries und dem gegenüberliegenden Gebiet des Life-Projektes Lippeaue ist durch die Mittelzusage für das Folgeprojekt „Life+“ finanziert.

Die Stadt Hamm sucht lediglich einen Betreiber (WA berichtet). Den brauche man eigentlich gar nicht, sagt der Lippeverband. Denn betreiben kann die Fähre jeder, der mit ihr fahren will. Eine Aufsicht sei nicht erforderlich, so Michael Steinbach, Pressesprecher des Lippeverbandes auf Anfrage des WA. Und er führt als Beispiel dafür die Fähre „Baldur“ an. Die verkehrt seit fünf Jahren an der Hammbach-Mündung und verbindet die beiden Dorstener Stadtteile Holsterhausen und Hardt. Vom Frühjahr bis zum Herbst können Radfahrer und Fußgänger mit „Baldur“ das Wasser queren.

An Kette und Seil bewegt sich die Kurbelfähre quer über den Fluss, mit eigener Muskelkraft der Passagiere angetrieben. Acht Personen können je Fahrt auf diese Weise die Lippe überqueren. „Das ist so einfach, da kann man gar keine Fehler machen“, so Steinbach. Inzwischen werde die Fähre so gut angenommen, dass sie an vielen Tagen ständig in Bewegung sei.

Eine genaue Anweisung und Tipps zur Überfahrt finden sich auf Hinweisschildern auf der Fähre. Fährbetrieb ist in der Regel von April bis Oktober. Nur bei Hochwasser muss „Baldur“ vor Anker liegen. Ihren Namen hat die Lippefähre von der Schachtanlage Baldur, die vor Jahrzehnten im Süden von Dorsten Kohle gefördert hat. Schon damals gab es ein kleines Fährboot, das die Bergleute auf ihrem Weg zu und von der Arbeit auf die andere Seite gebracht hat.

Gebaut wurde „Baldur„ durch Auszubildende der Bergwerke Lippe und Auguste Victoria/Blumenthal. In sechsmonatiger Arbeit hatten die angehenden Bergleute sie in zahlreichen Einzelschritten angefertigt. Auch in Hamm wäre der Bergbau natürlich erster Ansprechpartner gewesen, so Steinbach. Aber vielleicht finde sich ja ein anderer geeigneter Partner. Die detaillierten Baupläne besitze der Lippeverband. „Baldur“ sei so gut konstruiert, dass die Passagiere keine nassen Füße bekämen, auch nicht auf dem letzten Meter, wie bei einem anderen Modell, das in Wesel im Einsatz sei.

Auch mit Vandalismus habe man bislang nur einmal ein Problem gehabt. Da sei „Baldur“ mit Farbe beschmiert worden. Große Beschädigungen habe es noch nicht gegeben. Die Fähre sei auch komplett aus Stahl gefertigt und sehr robust, sagte Steinbach.

Zu klären wäre, wer letztlich Eigentümer der Fähre sei. Ebenso müsse sie, wie in Dorsten, einmal im Jahr heraus und im Frühjahr wieder eingesetzt werden. Das würde der Lippeverband im Rahmen seiner Aufgaben ebenso übernehmen wie die Wartungsarbeiten während des Winters, machte Steinbach deutlich.

Aus seiner Sicht macht eine Fähre an dieser Stelle Sinn. Zum einen habe sie einen sehr hohen Freizeitwert und trage zu dem Ziel an dieser Stelle bei, den Menschen die Natur näher zu bringen. Zum anderen sei die vorhandene Infrastruktur mit dem Schloss und seinem Umfeld ideal. Geschaffen werden müsse noch die Zuwegung. Beim Modell Dorsten habe sich der Lippeverband darum, ebenso wie um die nötigen Genehmigungen gekümmert, sagte Steinbach. ▪ jim

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