Linke wollen Gesamtschule in Heessen: FDP verurteilt Debatte
Für die Hammer Linken lässt die jetzt veröffentliche Schulstatistik nur einen Schluss zu: Eine vierte Gesamtschule ist dringend notwendig. Die FDP äußert Kritik an neuer Schulsystemdebatte in jetziger Lage.
Hamm – Selda Izci, Bezirksvertreterin der Linken in Heessen, hat auch einen Standort ausgemacht. „Für die Schaffung eines vierten Standorts würde sich natürlich Heessen anbieten“, sagt sie. Am besten an der Karlschule.
Im Vergleich mit allen anderen Schulformen könne die Gesamtschule laut Schulstatistik als einzige nennenswerte Zuwächse vorweisen, sagt die Lokalpolitikerin. Sie gibt darüber hinaus zu bedenken: „Die Gesamtschule ist ein Erfolgsmodell, das es zu stärken gilt.” Bildungserfolg sei in Deutschland nach wie vor an die soziale Herkunft gekoppelt.
Die Vorzüge einer Gesamtschule
Die frühe Trennung in verschiedene Schulformen zementiere diese soziale Unterschiede. „Deswegen ist eine gute Gemeinschaftschule so wichtig. Wir brauchen längeres gemeinsames Lernen, inklusiven Unterricht, gut ausgestattete und barrierefreie Schulen mit multiprofessionellen Teams. Gesamtschulen bieten hierfür die besten Voraussetzungen”, erklärt Izci.
Die Hauptschulen bezeichnet sie unterdessen als ein bildungspolitisches Auslaufmodell. Das müssten endlich auch CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen anerkennen. Das Festhalten an dem Bestandsschutz für alle Hauptschulen in Hamm grenze an Realitätsverweigerung. Selda Izci sagt: „Das ist eine Missachtung des Wunsches von Eltern und Schülerschaft nach mehr gemeinschaftlichen Unterricht und weniger Ausgrenzung.“
Kein Verständnis für Debatte bei FDP
Als eine unnötige Debatte zum schlechtesten Zeitpunkt bewertet FDP-Gruppensprecher Ingo Müller die Forderung von Pro Hamm und den Linken nach einer vierten Gesamtschule. „Es ist unverantwortlich, in der Lage, in der wir uns jetzt befinden, erneut eine Schulsystemdebatte aufzumachen“, erklärt Müller. „Die Schulen haben ganz andere Probleme.“
Durch die Corona-Krise sei vielen Menschen klar geworden, wie schlecht viele Schulen für das digitale Lernen ausgerüstet sind. Hier müsse die Stadt jetzt tätig werden. So stelle sie auch Chancengleichheit sicher, denn nur gute, modern ausgestattete Schulen böten Fördermöglichkeiten für eine Vielfalt von Schülern.
Forderung: Mehr Ausstattung in Schulen
Daher müssten alle Schulen eine moderne WLAN-Infrastruktur in den Gebäuden bekommen. Müller: „Wir wollen, dass die Stadt als Schulträger eigenes Geld in die Hand nimmt.“ Pro Hamm handele in der jetzigen Situation unverantwortlich. „Die Debatte um eine weitere Gesamtschule lenkt von den eigentlichen Problemen ab. Wir müssen uns jetzt um die Ausstattung der Schulen kümmern“, resümiert der Liberale.