Mahnung der Stadt Hamm auf Facebook gepostet

Knatsch um Krach: Meilen-Wirt Plaß platzt der Kragen

Karsten Plaß vor seinem "Pirates".
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Karsten Plaß vor seinem "Pirates".

Hamm - Wieder einmal gibt es Ärger auf der Hammer Meile. Diesmal nicht wegen allzu aggressiver, sondern wegen allzu lauter Besucher. Beziehungsweise zu lauter Musik. Was für die Kritiker im Zweifel keinen Unterschied macht.

Namentlich geht es um das „Pirates“. Dessen Wirt Karsten Plaß bekam nämlich in dieser Woche erneut Post von der Stadt Hamm. Und die ärgerte ihn so sehr, dass er sie nicht für sich behalten wollte.

„Das habe ich noch nie vorher gemacht“, sagt Plaß zu seiner Offensive. Diese hatte er am Dienstagnachmittag mit einem Post auf der Facebookseite seines Lokals gestartet (siehe Facebook-Link) – und auf Anhieb viele zumeist zustimmende Kommentare und eine konstruktive Diskussion geernt. Der gepostete Stein des Anstoßes ist ein offizielles Schreiben der Stadt Hamm, mit dem Plaß als Betreiber aufgefordert wird, „Lärmbelästigungen“ durch seine Kneipe generell zu reduzieren, sowie im speziellen die Musik „ab dem Beginn der Nachtruhe (22 Uhr) so zu minimieren, dass keine Belästigungen mehr entstehen“. Weitere Verstöße könnten mit Geldbußen geahndet werden.

Für die Musik-Kritik hätte Plaß sogar noch ein gewisses Maß an Verständnis, sagte er – doch wittert er die Beschwerdeführer im Mitbewerberumfeld und nimmt das daher durchaus auch persönlich. Während die Mieter direkt über dem Pirates keine Probleme hätten, kämen die Klagen auch diesmal wieder unter dem „Deckmantel der Anonymität“, sprich über Beschwerden an die Stadt.

Link zum Facebook-Post des Pirates

Das Ordnungsamt (KOD) hat für diese Meinung nur bedingt Verständnis. Die Beschwerden seien „nicht ganz unberechtigt“,

Trubel auf der Meile am St. Patricks Day 2017.

kommentierte KOD-Chef Jörg Wiesemeier auf WA-Nachfrage. Gerade bei den besonders bei Studenten beliebten „180-Minuten-Partys“ am Mittwoch habe es von städtischer Seite durchaus schon entsprechende „Beobachtungen“ gegeben. Zudem sei dem Pirates auch zuvor bereits „ein paar mal“ der „erhobene Zeigefinger“ in Form von Mahnungen gezeigt worden – und zwar ganz im Gegensatz zu den anderen Lokalen der Meile.

Generell gebe es mit Plaß persönlich überhaupt keine Probleme. Wiesemeier augenzwinkernd: „Wir kloppen uns in der Sache.“ Zum Beschwerdeführer wollte er sich indes nicht äußern, nicht einmal dazu, ob es einer oder mehrere seien.

Im Gleichklang mit vielen seiner Gäste klingt der engagierte Meilen-Wirt auf der Pirates-Facebookseite ironisch-süffisant, wenn er feststellt: „’Macht mal was für Studenten, belebt mal die Innenstadt’ usw. ... Und erneut sind wir mal wieder die Dummen!“ Überdrehen möchte er die Schraube aber auch nicht. Als eine Konsequenz bleibt ab sofort an jedem Öffnungstag die Tür zur Südstraße verschlossen. Erreichbar ist die Kneipe dann nur noch von hinten. Das soll den Lärmpegel nach vorn dämmen, wird aber wohl auch zu Lasten der Lebendigkeit auf der Meile selbst gehen. Darüber hinaus setzt Plaß ein Fragezeichen hinter die weitere Ausrichtung der Mittwochs-Partys.

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