Letzter Bauabschnitt Stadttor Ost

Kehrtwende beim Hausbau: HGB will im Sommer loslegen

Dritter und letzter Bauabschnitt der HGB für Stadttor Ost an der Lippestraße 16 / Ecke An der Steinernen Brücke Brettsperrholzbauweise
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Bekannte Form, aber diesmal ganz aus Holz: Die HGB plant am Stadttor Ost das wohl erste Haus in Hamm in Brettsperrholzbauweise. Damit will das städtische Tochterunternehmen an der Lippestraße ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen.

Klimafreundlich Häuser bauen. Dazu will die Hammer Gemeinnützige Baugesellschaft ein Zeichen aus massivem Holz setzen. Nach langer Planung soll das neue Mehrfamilienhaus ab Sommer als letzter Bauabschnitt des Stadttores Ost entstehen.

Hamm-Osten – „So ein Haus ist Neuland für uns“, sagte HGB-Geschäftsführer Thomas Jörrißen im Sommer. Entsprechend vage drückte er sich bei der Frage nach dem Baustart für den dritten und letzten Bauabschnitt des Stadttores Ost an der Lippestraße aus. Im vergangenen Jahr wurde nichts daraus. So wie es aussieht, entsteht das Mehrfamilienhaus mit den acht Wohneinheiten erst ab Sommer auf dem Grundstück der einstigen Schrauberwerkstatt Wunder.

Aber dann soll es schnell gehen – schnell genug für die genannte „Vorreiterrolle“, die die Hammer Gemeinnützige Baugesellschaft (HGB) mit dem Projekt in der Stadt einnehmen will. „In dieser massiven Brettsperrholzbauweise wird dieses Haus einmalig in Hamm sein“, sagt Jörrißen.

Es soll nach Möglichkeit nicht einmalig bleiben. Es geht um eine Kehrtwende im Hausbau. Das Mehrfamilienhaus des städtischen Tochterunternehmens entsteht in Brettsperrholzbauweise. Es soll Maßstäbe setzen in Sachen Nachhaltigkeit und umweltschonendes Bauen. Das muss gut vorbereitet sein.

Lange Planungsphase für HGB-Neubau in Hamm-Osten

Die Hauswände entstehen aus Holz, vorgefertigt aus mehrlagig verleimten Brettern. Alle Aussparungen müssen im Vorfeld festgelegt und in die massiven Holzelemente eingearbeitet werden. „Wir sind in der Planung und stehen dazu mit einem Unternehmen in Kontakt“, sagt Jörrißen. „Wir müssen festlegen, wo im Haus und in den Wänden die Infrastruktur verlegt wird, Rohre und Kabel. Wir haben dadurch eine überdurchschnittlich lange Planungsphase.“

Beim Aufbauen des Hauses entfallen diese Arbeiten. So können vor Ort Fehler verhindert werden. Zum Beispiel dürfen nur in bis zu zwei von den fünf Lagen eines verklebten Holzelements Bohrungen und Kanäle eingearbeitet werden. Die Brettsperrhölzer behalten so ihre baulichen Eigenschaften. Die massiven, vorgefertigten Holzwände bekommen anschließend noch eine Dämmung samt einer hölzernen Außenfassade.

Natürlicher Baustein mit Zukunft: Das Muster zeigt das Prinzip des Brettsperrholzes. In diesem Fall sind fünf Bretter zu einem massiven Holzprodukt verklebt. So entstehen große flächige Elemente. Sie eignen sich für tragende Strukturen und bieten neue konstruktive Möglichkeiten. Sogar Hochhäuser entstehen in dieser Holzbauweise.

Die HGB investiert rund drei Millionen Euro in das Haus. „Es wird etwa 15 Prozent teurer, als wenn wir es in konventioneller Weise bauen würden“, sagt der Geschäftsführer. So eine Investition in die Zukunft hat eben ihren Preis. „Wir sehen uns gefordert, dem Klimawandel entgegenzuwirken“, begründet er die Kehrtwende im Hausbau.

Dazu betrachtet die HGB den Lebenszyklus einer Immobilie samt CO2-Emissionen. Mit dem Baumaterial Holz für den Rohbau – ein Kubikmeter speichert rund eine Tonne CO2 – setzt die HGB auf einen „besonders umweltschonenden Baustoff“. Damit verbunden sei ein niedriger Energie- und Ressourcenverbrauch, sagt Jörrißen. „Holz kann einen Beitrag dazu leisten, dass Bauen insgesamt klimafreundlicher wird.“

Wo einst die Tankstelle und Schrauberwerkstatt Wunder stand, baut die HGB schon bald ein besonderes Haus aus Holz.

Dazu hat das Öko-Zentrum ein Energiekonzept erstellt. So erreicht das Haus den Energieeffizienz-Standard 40 EE. Es darf maximal 40 Prozent eines vorgegebenen Jahresprimärenergiebedarfs benötigen. Mindestens 55 Prozent der Wärme-/Kälte-Versorgung muss durch erneuerbare Energien erbracht werden. Dazu tragen eine Sole-Wärme-Pumpe und ein Gas-Brennwertkessel bei in Kombination mit einer thermischen Solar- und einer Photovoltaikanlage.

Ob die Rechnung aufgeht? „Wir sind gespannt, wenn das Haus fertig ist“, sagt Jörrißen. Voraussichtlich im Frühjahr beginnt die Fertigung der Gebäudeelemente. „Wir gehen davon aus, dass das Haus im August/September aufgestellt wird“, sagt er. Die Bauzeit beträgt etwa ein Jahr. Durch die Bauweise rechnet die HGB mit einer Einsparung von einem halben Jahr.

Acht neue Wohnungen für Stadttor Ost an der Lippestraße

Das Acht-Familienhaus in Brettsperrholzwiese entsteht auf dem Grundstück der ehemaligen Autowerkstatt Wunder, Lippestraße / An der Steinernen Brücke. Es bietet insgesamt etwa 589 Quadratmeter Wohnfläche. In den beiden Vollgeschossen sind jeweils drei 2,5-Zimmer-Wohnungen mit 68 bis 75 Quadratmetern, im Staffelgeschoss eine 2,5-Zimmer-Wohnung mit 78 Quadratmetern und eine 3,5-Zimmer-Wohnung mit 97 Quadratmetern.

Der Neubau wird frei finanziert, im Gegensatz zum bestehenden Stadttor Ost mit gefördertem Wohnraum. Auch beim dritten und letzten Bauabschnitt stammen die Entwürfe vom Architekturbüro Eichhorst + Schade.

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