Haustier war in Garagenspalt gefangen
Dramatische Katzenrettung in Wiescherhöfen endet tragisch
Hamm - Tragisches Ende eines ungewöhnlichen Feuerwehreinsatzes in Wiescherhöfen: Die Katze, die Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren Pelkum und Herringen am Montag aus einem nur acht bis zehn Zentimeter breiten Spalt zwischen zwei Fertiggaragen an der Robert-Koch-Straße befreit hatten, ist tot.
„Wir mussten das Tier leider einschläfern“, sagte Tierarzt Dr. Stephan Baumeister aus Herringen, zu dem die Retter das Tier gebracht hatten.
Nach dem Hinweis eines Bürgers war die Freiwillige Feuerwehr Pelkum am Montag gegen 10 Uhr zum Einsatzort ausgerückt. Versuche, das eingeklemmte und völlig hilflose Tier mithilfe einer Schlinge aus seiner misslichen Lage zu befreien, schlugen fehl. „Wir konnten die Katze nicht erreichen“, so ein Sprecher der Feuerwehr.
Also habe man den Rüstwagen aus Herringen angefordert. An Bord befand sich das entsprechende Gerät, um einen Teil der Garagenwand aufzustemmen. Und wenig später – mittlerweile war etwa eine Stunde vergangen – war die schwer verletzte Katze befreit. Doch schon beim Eintreffen in seiner Praxis habe sich das Tier, wie der behandelnde Tierarzt schilderte, in einer komatösen Seitenlage befunden. „Aufgrund ihrer schweren Verletzungen zeigte die Katze Lähmungserscheinungen an den Hinterbeinen. Sie war auch schon kalt und ausgetrocknet“, so der Tierarzt.
Katze hätte sich nicht erholen können
Sie hätte sich mit Sicherheit nicht mehr regenerieren können. Um es von seinen Qualen zu erlösen und aus Gründen des Tierschutzes sei er in solchen Fällen dazu verpflichtet, das Tier einzuschläfern, so der Veterinär, Seiner Einschätzung nach dürfte sich die Katze „zwei bis drei Tage“ in ihrer misslichen Lage befunden haben. „Sie war mit Sicherheit nicht erst seit Montag dort“, sagte Baumeister.
Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, warum beim Aufstellen der Garagen so ein schmaler Spalt gelassen beziehungsweise der nicht wenigstens abgedeckt wurde. Für viele Tiere könnten solche Engstellen zu einer tödlichen Falle werden, sagte er. Letztlich wurde sie das auch für die Wiescherhöfener Katze.
Nicht auszumalen, was das eingeklemmte Tier in den Stunden vor seiner Rettung für Qualen erlitten hat und wie verzweifelt sein Kampf gewesen sein muss, sich selbst zu befreien. Und als dann endlich Hilfe durch die Feuerwehr nahte, war es zu spät. Das genaue Alter des Tieres konnten Baumeister und sein Team nicht bestimmen. „Es war aber auf keinen Fall ein Jungtier.“
Die Katze könnte, vorsichtig geschätzt, acht bis zehn Jahre alt gewesen sein. Vermutlich habe es sich um eine freilaufende Hauskatze gehandelt. „Sie war nicht registriert und hatte keinen Chip im Ohr“, konnte er daher nicht sagen, wo die Katze herkommt und wem sie gehört. Die beteiligten Feuerwehren, die alles versucht hatten, das Tier zu retten, reagierten bestürzt auf die Todesnachricht. Damit sei aber zu rechnen gewesen, hieß es.

