Planung für Tulpensonntag
Bockum-Hövels Jecken wollen Funkenzug rollen lassen
Unabhängig von der Corona-Entwicklung planen die Karnevalisten in Bockum-Hövel weiter für „ihren“ Tulpensonntag und „ihren“ Funkenumzug.
Bockum-Hövel - Mit der Hoffnung, den Funkenumzug am Sonntag vor Rosenmontag, dem Tulpensonntag, durchführen zu können, starten die Bockum-Höveler Jecken ins neue Jahr. Klaus Holtschmidt, 1. Vorsitzender des Karneval Clubs Rote Funken, ist zuversichtlich, dass der Zug mit Wagen und Fußgruppen den gewohnten Weg durch Bockum-Hövel nehmen kann – allerdings mit einer kleinen Abweichung. Er soll nicht, wie zuletzt im Jahr 2019, am Anno 03 enden, sondern bis zum Marktplatz führen. Corona-bedingt wollen die Roten Funken auf die Abschlussveranstaltung im Saalbau verzichten. Auch am Marktplatz werde es kein Zelt und keinen Bierstand geben, so Holtschmidt.
Ebenso sind schon alle anderen karnevalistischen Saalveranstaltungen der Roten Funken und des befreunden Turn- und Wassersportvereins (TuWa) wie die Galasitzungen (5. und 26. Februar) und der Kinderkarneval abgesagt. Dazu sagt der 2. Vorsitzende der Roten Funken, Hans Mentrup: „Die Gesundheit hat Priorität. Wir müssen unsere Mitglieder und die Karnevalisten schützen, und wir wollen nicht zu einem Hotspot von Corona-Infektionen werden.“
Außerdem habe der Verein gar nicht die personellen Kapazitäten, alle Corona-bedingten Sicherheitsvorkehrungen durchzuführen, wie das Kontrollieren der Impfnachweise bei Akteuren, Begleitpersonen und Gästen, das Einhalten der Maskenpflicht, wenn jemand seinen Platz verlässt, das Stellen eines Sicherheitsdienstes und mehr. All das komme ja noch zu den sonst üblichen Aufgaben bei solchen Sitzungen hinzu.
Hoffentlich hat es sich nicht bald austätärätet. Langsam gehen die Einschränkungen durch Corona dem Verein an die Substanz.
Schließlich würde sich der Verein mit der Verpflichtung von auswärtigen Akteuren auch noch in ein hohes finanzielles Risiko begeben, stellt er fest. „Wenn die Zuschauer von all den Sicherheitsvorkehrungen und dem Testen im Vorfeld abgeschreckt würden und nicht kämen, bliebe der Verein auf einem Berg Schulden sitzen“, befürchtet Mentrup.
„Rücklagen konnten wir nicht bilden“
Durch Corona seien in den vergangenen beiden Jahren auch Ereignisse wie Hallohparkfest und Lippeparkfest ausgefallen, bei denen man teilgenommen habe. „Mit den Einnahmen daraus haben wir die Hallenmieten für die Wagen finanziert. Rücklagen konnten wir nicht bilden“, so Mentrup.
Daher konzentrieren sich die Roten Funken aktuell auf den Wagenbau, mit der Hoffnung, dass der Funkenumzug in diesem Jahr nicht ein drittes Mal ausfallen muss. Denn 2020 blieben die Wagen wegen eines Unwetters in der Halle und im vergangenen Jahr aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie.
Kontakt
Wer beim Funkenumzug mitmachen möchte, kann sich melden bei Frank Uelfer, Telefon 0173/2863438, Mail frank@fuelfer.de, Hans Mentrup, Telefon 0170/7069333, Mail info@hans-mentrup.de, sowie Klaus Holtschmidt, Telefon 0174/9276642, Mail klausholtschmidt@gmail.com.
„Hoffentlich hat es sich nicht bald austätärätet“
„Die Planungen für den Funkenumzug am 27. Februar laufen. Wir bauen und streichen die Wagen, damit sie für die neuen Dekorationen vorbereitet sind. Auch die Anmeldungen für die Vermietung von Wagen sind bereits eingetroffen“, berichtet Wagenbauer und Frank Uelfer. Unter anderem die Spadaka hat sich einen Wagen reserviert. „Nur mit der TÜV-Abnahme warten wir bis kurz vorher. Wir haben ja in den vergangenen Jahren nichts gemacht und mussten die Wagen nicht überprüfen lassen. Daher werden jetzt alle Wagen auf einmal fällig, und das sind Kosten vom mehreren hundert Euro“, so Uelfer.
„Hoffentlich hat es sich nicht bald austätärätet“, sagt Mentrup beim Blick in die Zukunft. „Langsam gehen die Einschränkungen durch Corona dem Verein auch an die Substanz.“ Das gelte nicht nur für die Finanzierung der großen Veranstaltungen, sondern betreffe auch die Mitglieder. Training und Veranstaltungen hätten nicht mehr stattfinden können. „Da überlegen sich manche, ob sie nicht etwas anderes machen“, so Mentrup.
Doch erst einmal blicken die Roten Funken zuversichtlich in die kommenden Wochen. Der Funkenumzug findet schließlich an der frischen Luft statt, und wer gerne mitmachen möchte, kann sich auch noch melden. Wird der Zug mit Wagen und Fußgruppen Corona-bedingt erneut abgesagt, ist wieder eine digitale Version geplant.