Kapelle Petra "Internationale Hits": Rauer und kantiger

Fünf Jahre ist es her, dass mit „Stadtranderholung“ das bisher bestproduzierte Album der Kapelle Petra erschien. Also Zeit für was Neues!

Doch bietet die Platte „Internationale Hits“ Songs, die ähnlich hohes Kultpotenzial haben wie „Gewitter“ oder „Curly Sue ist doch kein Name für ein Kind aus Gelsenkirchen“? Eindeutiges „Ja“! Wenngleich – oder gerade weil – auch alles rauer, kantiger und härter wirkt als bisher.

Der Opener „Geht mehr auf Konzerte“ hätte sich sowohl musikalisch als auch textlich noch auf „Stadtranderholung“ sehr wohl gefühlt. Doch schon der zweite Song „Wo andere gehen“ mit seinen melancholisch sehnsüchtigen Strophen über das große Abenteuer und seinem melodischen Refrain legt einen rockigeren Gang ein, die Pointe in der letzten Strophe sitzt hervorragend.

Überhaupt spielen nicht nur die Gitarren eine größere Rolle, auch die Texte von Sänger Guido „Opa“ Scholz sind härter geworden. Wo in früheren Liedern immer etwas Sozialkritik durchschimmerte, kotzt sich Scholz mit sichtbarer Genugtuung, immer aber mit Stil, auf den Punkt genau über Themen wie von der Gesellschaft geforderter unerreichbarer Perfektion („Überall diese erfolgreichen Familienväter“) oder Klischeedenken („Stereotypen“) aus.

Die Band aus Hamm besingt den Schnee sowie Drummer Markus „Ficken“ Schmidt, rockt sich durch treffsichere Alltagsbeobachtungen des typischen Festivaltreibens und lädt mit nachdenklich-melancholischen Tönen zum Träumen ein. Und für alle Fans von „Geburtstag“ gibt es auch zwei Nummern in eben diesem Stil. - Daniel Schinzig

„Internationale Hits“ ist erhältlich ab Freitag, 22. März 2013.

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